Tierärzte: Verband sammelt Unterschriften gegen Antibiotika-Verbot

Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte will mit Unterschriften das von der EU-Kommission geplante Antibiotika-Verbot in der Tierhaltung verhindern.

2019 wurde die neue EU-Tierarzneimittelverordnung verabschiedet. In einem anschließenden Rechtsakt müssen EU-Kommission, Mitgliedstaaten und EU-Parlament bis zum Inkrafttreten des Gesetzes im Januar 2022 festlegen, welche Antibiotika künftig für den Menschen vorbehalten und damit für die Tiermedizin verboten werden sollen. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) wehrt sich nun gegen ein weitreichendes Antibiotikaverbot.

Verband sammelt Unterschriften seiner Tierärzte

Mit einem Aufruf an seine Mitgliedspraxen hat der bpt eine Kampagne gestartet. Bei Tierhaltern will der Verband bis zum 8. September Unterschriften gegen ein Antibiotika-Verbot sammeln. Auch durch eine Online-Petition erhofft sich der bpt Unterstützung. Im Vorfeld der finalen Abstimmung in Brüssel Mitte September sollen die gesammelten Unterschriften an die deutschen Abgeordneten im EU-Parlament übergeben werden. „Tierhalter müssen erfahren, was in Brüssel weitgehend im Verborgenen vor sich geht und welche Konsequenzen die zu befürchtende Entscheidung für ihre Tiere haben wird”, so bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder. Er wirft dem Europäischen Parlament vor, wissenschaftliche Fakten zu ignorieren. Ziel der Kampagne ist laut Moder, dass alle für die Tiermedizin zugelassenen Antibiotika auch in Zukunft weiter zur Behandlung zur Verfügung stehen. “Anderenfalls würde es schlimmstenfalls den Tod vieler Tiere bedeuten”, befürchtet der Veterinärmediziner.

pbt weist auf geringe Resistenzen in Tierhaltung hin

Der bpt weist darauf hin, dass nachgewiesenermaßen nur etwa fünf Prozent der Antibiotikaresistenzen aus der Tierhaltung stammen. „Deshalb macht es wenig Sinn, den Antibiotikaeinsatz bei Tieren immer weiter zu reglementieren, anstatt dort genauer hinzuschauen, wo Antibiotika inflationär eingesetzt werden und Resistenzen in der Masse wirklich entstehen“, betont Moder.

Foto: Myriams-Fotos/pixabay.com (Symbolbild)

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