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Superfood: Alte Linsen neu entdeckt

Linsen haben Potential als heimisches Superfood. Die Uni Hohenheim will eine alte Sorte zurück auf die Felder bringen.

Bis in die 1950er Jahre war die schwäbische Alb Anbaugebiet für regionale Linsensorten. Wegen der aufwendigen Ernte und des niedrigen Ertrags verschwand die Linse jedoch mit der Zeit von den Feldern. Die schwäbische „Alb-Leisa“ wurde vor etwa 20 Jahren neu entdeckt. Ein Forschungsteam der Universität Hohenheim geht gemeinsam mit Projektpartnern nun der Frage nach, wie die alte Kulturpflanze unter den heutigen klimatischen Bedingungen effektiv zurück auf die Felder gebracht werden kann. Linsen gelten als „Superfood“. Sie beinhalten unter anderem wichtige Ballaststoffe.

Vom Labor auf den Acker

Über drei Jahre selektierten die Forscher geeignete Linsengenotypen für den heimischen Anbau. Zunächst untersuchte das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) 110 Herkünfte, die in der Genbank eingelagert waren. Die Forschenden analysierten, welche Linsen konkurrenzfähig sind und Potenzial für eine ertragreiche Ernte haben. Die ausgewählten Herkünfte kamen anschließend an die Universität Hohenheim. Der Anbau auf Versuchsfeldern sollte zeigen, wie sich die Linsen auf dem Feld entwickeln und ob die alten Sorten robust genug sind, um den aktuellen Klimabedingungen standzuhalten. Auch der potentielle Ertrag und Anfälligkeiten für Krankheiten wurden überprüft.

Übrig geblieben sind sechs bis acht Sorten mit Potential für regionalen Anbau. Die Herausforderung ist nun, die ausgewählten Linsen auf landwirtschaftliche Flächen zu bringen. „Unter Landwirten gelten Linsen bisher noch als wenig attraktiv und schwierig zu ernten. Weil die Pflanze lange nicht in Deutschland kultiviert wurde, ist sie nicht an unsere modernen Agrarsysteme angepasst. Eine professionelle Vermehrung steht noch ganz am Anfang“, so Dr. Sabine Zikeli, Koordinatorin des Projekts am Zentrum Ökologischer Landbau

Superfood“ auf heimischen Feldern: Landwirte gefragt

Am 8. März werden auf der Online-Abschlussveranstaltung „LinSel – Selektion geeigneter Sortentypen von Linsen (Lens culinaris) für nachhaltige Anbausysteme“ Möglichkeiten für Landwirte erörtert. In verschiedenen Workshops geht es darum, die Forschungsergebnisse in die Praxis auf heimische Felder zu überführen.

Die LinSel-Konferenz findet über Zoom statt. Anmelden kann man sich auf der Internetseite der Uni Hohenheim.

Foto: Universität Hohenheim/ZÖLUH

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