Steuern: Gewinnglättung bringt Landwirten 450 Millionen Euro

Die Gewinnglättung für Land- und Forstwirte kostet den Staat 450 Millionen Euro Steuern, der Steuerzahlerbund empfiehlt Risikovorsorge in Eigenregie.

Im November 2019 hat der Bundestag vor dem Hintergrund der hitzebedingten Ernteausfälle die dreijährige steuerliche Gewinnglättung für Land- und Forstwirte für den Geltungszeitraum 2014 bis 2022 beschlossen. Die Ausfälle an Steuern zugunsten der Agrarwirtschaft werden den Staat 450 Millionen Euro kosten. Das hat eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion ergeben.

Zahlungen von Steuern gleichmäßiger

Durch die Anwendung der Tarifermäßigung (§ 32c EStG) wird anstelle der Bemessung der Einkommensteuer des aktuellen Steuerjahres ein glättender dreijähriger Durchschnittsgewinn herangezogen. Das Ziel ist laut dem Finanzberichterstatter des CDU-Landwirtschaftsausschusses, Hans-Jürgen Thies, dass Steuerzahlungen gleichmäßiger ausfallen und somit ein positiver Steuerspareffekt erzielt werden kann. 

Die erforderlichen Anpassungen wurden mit dem “Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ umgesetzt. § 32c des Einkommenssteuergesetzes wird hiermit leicht modifiziert und trägt den Titel Tarifermäßigung. Sie wird auf Antrag des Steuerpflichtigen rückwirkend ab 2016 anwendbar und ist befristet bis 2022. Dabei besteht für land- und forstwirtschaftliche Betriebe die Möglichkeit, die Steuerprogression bei schwankenden Gewinnen abzumildern. 

Steuerzahlerbund plädiert für eigene Risikovorsorge

“Weil Wetterextreme Auswirkungen auf die Grundversorgung mit Lebensmitteln, auf unsere Kulturlandschaft und das Tierwohl haben können, müssen wir die Landwirtschaft unterstützen.” so der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel. Gleichzeitig fordert er in dem Gastbeitrag in der Deutschen Bauern Korrespondenz (dbk) aber auch eine Stärkung der innerbetrieblichen Risikovorsorge. Eine automatische Entschädigung mit Steuergeld könne keine Dauerlösung sein. Die beste Lösung sei eine Absicherung in Eigenregie, so Holznagel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.