So viele Landwirte arbeiten schon digital

Digitale Technologien wie Sensorik liefern wichtige Daten. Jeder zweite Viehwirt füttert heute schon digitalgestützt und tierindividuell.

Schon jeder zweite Viehhalter (51 %) versorgt seine Tiere mit einer digital gestützten und auf das einzelne Tier abgestimmten Fütterung. Das hat eine Umfrage von Bitkom Research unter Landwirten ergeben. Fütterungsautomaten sichern eine alters- und leistungsoptimierte Ernährung des einzelnen Nutztieres. Des Weiteren alarmieren sie den Landwirt, wenn es bei der Fütterung Probleme gibt. So werden zum Beispiel kranke Tiere, die zu wenig fressen, sofort erkannt.

25 Prozent der Befragten nutzen sensorgestützte tierspezifische Daten zum Fressverhalten oder zur Aktivität, 11 Prozent planen den Einsatz. „Speziell in den großen Viehbetrieben und dem komplexen Agrargeschäft von heute wird es immer wichtiger, dass der Bauer sich nicht mehr allein auf seine Erfahrung verlassen muss“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Roboter und Drohnen noch nicht weit verbreitet

Roboter sind nur bei 8 Prozent der befragten Betriebe im Einsatz, vor allem in der Tierhaltung. „Robotik ist auch ein Beispiel dafür, wie die Digitalisierung etwa im Fall der Melkroboter einen großen Teil der körperlichen Arbeit übernimmt. Sie bietet den Landwirten ganz neue Flexibilität in ihrer Arbeits- und auch in der Freizeitgestaltung“, weiß Meinungsforscher Rohleder.

Drohnen werden erst von 4 Prozent der Landwirte und Lohnunternehmer eingesetzt. Mit ihnen können beispielsweise Wiesen vor der Grasernte überflogen werden, um Wildtiere im Feld ausfindig zu machen.

Digitalisierung fördert Tierwohl

Dank des zunehmenden Einsatzes von Smart-Farming-Technologien lasse sich die Viehwirtschaft heute immer verantwortungsvoller und transparenter gestalten, sagt Bernhard Rohleder. „Und ein gesteigertes Tierwohl kommt letztlich auch den Verbrauchern in Form eines besseren landwirtschaftlichen Produkts zugute.“ Mehr als die Hälfte der Befragten (55 %) teilen Rohleders Meinung, dass digitale Anwendungen das Tierwohl steigern.

Im Rahmen der repräsentativen Umfrage wurden von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 521 Landwirte und Lohnunternehmer befragt. Unterstützt wurde die Erhebung vom Deutschen Bauernverband (DBV).

Auch digitale Vermarktung ein Thema

Die Online-Vermarktung von frischen Erzeugnissen, wie Milch, Fleisch und Wurst oder Obst und Gemüse gewinnt immer mehr Aufmerksamkeit bei Handel und Verbrauchern. Die Digitalisierung kann auch im Lebensmittelhandel die bestehenden Geschäftsmodelle grundlegend verändern. Der Deutsche Bauernverband wird sich künftig verstärkt mit dem Thema auseinandersetzen.

Unter dem Motto: „Frische Produkte Online zum Verbraucher“ veranstaltet der DBV am 24. Januar in Berlin am Rande der Internationalen Grünen Woche ein Fachgespräch. Namhafte Experten der Digitalisierung und des Onlinehandels werden dabei Stellung beziehen. Praxisbeispiele aus dem ländlichen Raum runden das Fachgespräch ab. Die Teilnahmegebühr beträgt 100 Euro. Die Anmeldung ist bis 10. Januar auf der DBV-Website möglich.

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