Selbstbedienung im Maschinenpark

Verschwindet eine große Maschine vom Hof, ist mehr als der Kaufpreis verloren. Foto: John Deere

Für die Erntezeit rüsten viele landwirtschaftliche Unternehmen auf. Neue Maschinen werden eingekauft, alte Technik wurde repariert oder erneuert. In den kommenden Monaten sind die teuren Geräte verstärkt im Einsatz. Das ruft immer mehr Diebe auf den Plan – und kann für die Landwirte hohe Verluste bringen.

In vielen Regionen Deutschlands klagen Agrarbetriebe sogar über einen Anstieg der Einbrüche und Maschinendiebstähle in diesem Jahr. Gerade im Grenzgebiet zu Osteuropa stehen sie den Langfingern häufig machtlos gegenüber. „Die, die Maschinen bewegen, sind die kleinen Fische. Die Hintermänner sitzen zu einem großen Teil in Polen. Hier sind hochprofessionelle Banden am Werk“, heißt es von der Polizei. Deshalb würden die meisten Diebe auch bei der Fahrt mit den großen Maschinen unbehelligt bleiben. »Außerdem könnten sie ihre Beute kaum in Deutschland verkaufen.«: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2473138

2009 entstand alleine den Landwirten in Brandenburg durch Diebstähle ein Gesamtschaden von knapp 1,18 Millionen Euro, berichtet das Landeskriminalamt (LKA). Tendenz steigend – in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres erreichte der Schaden bereits 602.800 Euro. Nur rund 20 Prozent der Taten konnten aufgeklärt werden. Auch in Bayern gibt es eine hohe Zahl von Diebstählen.

Bei diesen nüchternen Zahlen vergessen viele Beobachter eines: Der Schaden für die Betriebe liegt nicht nur in dem Wert der Technik. Die Landwirte müssen sich auf eigene Kosten schnell Ersatz beschaffen und kommen im schlimmsten Fall bei der Ernte in Verzug.

Damit zumindest eine vorhandene Versicherung für die verschwundenen Maschinen einspringt, müssen die Betriebe den Versicherer rechtzeitig über die Neuanschaffungen informieren. Die Landwirte sollten auch überprüfen, ob gezahlt wird, wenn die Arbeitsgeräte nicht in einem verschlossenen Gebäude standen. Und gerade wenn Maschinen auch im Ausland eingesetzt werden sollen, ist eine Rücksprache dringend nötig.

Um die Schäden für deutsche Betriebe von Beginn an möglichst gering zu halten, gibt es nur wenige Möglichkeiten. Am drängendsten ist es, die Technik besser zu sichern. Landwirte sollten ihre Scheunen mit Alarmanlagen ausstatten und Maschinen mit dem Satelliten-Ortungssystem GPS aufrüsten, rät die Polizei. Zäune sollten erneuert und eventuell eine Beleuchtung installiert werden. Dazu können unter Umständen auch Fördermittel akquiriert werden. Außerdem sei empfehlenswert, die Maschinen mit Wegfahrsperren oder besonderen Identifikationsmerkmalen nachzurüsten. Arbeits- und Baumaterialien sollten ebenfalls in Containern untergebracht werden. Zusätzlich müssten die Schlüssel für Technik und Gebäude im Betrieb konsequent verwaltet werden.

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