Schweinepest: Ist China bald auf EU-Importe angewiesen?

Die Afrikanische Schweinepest grassiert auch in China. Durch das Ausmaß könnte der Schweinebestand der Volksrepublik zusammenbrechen.

Die Folgen von Tierseuchen, wie der Afrikanischen Schweinepest, und Handelsfragen werden 2019 die Entwicklung am globalen Schweinemarkt wesentlich mitbestimmen. Eine entsprechende Prognose geben laut Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands die Marktanalysten der niederländischen Rabobank ab. Besonders China steht als weltweit größter Produzent und Konsument von Schweinefleisch dabei im Blickpunkt.

Schweinepest lässt Chinas Bestände schwinden

In China mussten seit dem ersten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im August 2018 bereits mehr als 900.000 Schweine getötet werden. Laut Pekinger Landwirtschaftsministerium lag der Schweinebestand im Dezember um fast fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Sauen mussten sogar um über acht Prozent reduziert werden.

Steigende Importe im zweiten Halbjahr erwartet

Die Experten der Rabobank erwarten  in China einen weiteren Rückgang der Schweineproduktion um 10 bis 20 Prozent. Das würde ab dem zweiten Quartal zu höheren Einfuhren führen. Die Chinesen dürften vor allem Schweinefleisch aus Brasilien und der Europäischen Union einführen. Wenn der Handelsstreit zwischen China und den USA gelöst würde, würde China auch auf Fleisch aus den Vereinigten Staaten zurückgreifen.

Noch keine Nachweise in Deutschland

In Deutschland gibt es noch keine Hinweise auf den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Aus osteuropäischen Staaten, unter anderem auch in Polen, sowie Belgien sind Fälle bekannt. Dänemark errichtet vorsorglich an der Grenze zu Deutschland einen 1,50 Meter hohen Zaun. Wildschweine, welche die Krankheit übertragen können, sollen so aus dem Königreich ferngehalten werden.

Experten sehen den Zaun kritisch. Das Friedrich-Löffler-Institut, das sich als Bundesforschungsinstitut mit Tiergesundheit beschäftigt, sieht den Menschen als größten Risikofaktor. Tierschützer sehen Wildtiere, wie Wölfe oder Otter, in ihren natürlichen Lebensräumen eingeschränkt. Um den Grenzverkehr für etwa Wanderer zu sichern, werden in regelmäßigen Abständen Übergänge gebaut.

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