Sauenhaltung: Kompromiss für kleine Betriebe?

Die neue Verordnung für die Sauenhaltung stellt kleine und mittlere Betriebe vor finanzielle Herausforderungen, die Bundesministerin Klöckner durch ein stufenweises Förderprogramm abfedern will.

Am Freitag sollte die Abstimmung über neue Regeln für die Sauenhaltung im Bundesrat stattfinden. Diese wurde aber von der Tagesordnung genommen und vertagt. Die neue Verordnung sieht mehr Platzangebot und kürzere Zeiten im Kastenstand vor. Bereits im Vorfeld hatte sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für Kompromisse für kleine und mittlere Betriebe eingesetzt. 

Was sieht der Verordnungsentwurf vor?

Sauen sollen statt bisher 70 Tage im Wurfzyklus zukünftig nur noch 13 Tage im Kastenstand verbringen, maximal acht Tage im Deckzentrum (bisher 33 bis 35 Tage) und fünf im Abferkelbereich (bisher circa 35 Tage). Darüber hinaus ergibt sich durch die zukünftige Vorgabe an die Kastenstandgrößen eine Anpassung der bisherigen Kastenstände, da die derzeit üblichen Kastenstände kleiner sind. Bei zu großen besteht aber das Risiko, dass sich die Tiere umdrehen und dadurch sich oder die Ferkel verletzen. Die Anforderungen an die Mindestbreite der Kastenstände, die in Abhängigkeit von der Widerristhöhe der Sauen festgelegt wird, berücksichtigen deshalb zwei Aspekte: Einerseits sollen die Kastenstände nicht so breit sein, dass sich die Tiere umdrehen und dabei verletzen können. Andererseits müssen die Kastenstände ausreichend breit sein, damit die Tiere normal aufstehen und sich hinlegen sowie in Seitenlage liegen können.

Neue Verordnung für Sauenhaltung mit hohen Kosten verbunden

Die Anforderungen bedeuten erhebliche Investitionen in Stallumbauten. Die Zahl der Sauenhalter in Deutschland ist bereits seit Jahren rückläufig. Die Bundesministerin will, dass auch die kleineren und mittleren Betriebe weiter wirtschaftlich die Sauenhaltung betreiben können. Eine kurzfristige Umsetzung der Maßnahmen wäre gerade für kleine Betriebe nicht machbar, ohne sie damit vor finanzielle Schwierigkeiten zu stellen. Klöckner befürchtet auch eine Wettbewerbsverzerrung, da viele europäische Staaten nur nach den Mindestanforderungen der EU gehen.

Stufenweise Förderung für schnelleren Umbau?

Wenn es nach Klöckner geht, sollten Tierhalter, die schneller ihre Ställe umbauen, höhere Förderungen bekommen: Je früher umgebaut wird, umso mehr Förderung könnte es geben. Um den Tierhaltern beim schnelleren Stallumbau zu helfen, hält die Bundesministerin ein stufenweises Förderprogramm für möglich. Dann könnten sich die tatsächlichen Übergangszeiten durch finanzielle Anreize nochmals verkürzen. So könnte die Übergangsfrist für die Neuregelung der Kastenstandhaltung von bis zu 17 Jahren auf zum Beispiel maximal zehn oder acht Jahre reduziert werden. Auch eine Staffelung ist im Gespräch. Sauenhalter könnten nach drei Jahren der zuständigen Behörde ein Umbaukonzept vorlegen und nach weiteren zwei Jahren einen Bauantrag stellen. Nach zum Beispiel drei weiteren Jahren müsste dann der Umbau abgeschlossen sein.

Foto: Hans/pixabay.com (Symbolbild)

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