Sauenhaltung: Grüne fordern Gesellschaftsvertrag

Eine parlamentarische Anfrage der Grünen ergab Verluste für Betriebe mit Sauenhaltung. Friedrich Ostendorff fordert von der Bundesregierung Lösungen.

Die Grünen wollten in einer parlamentarischen Anfrage wissen, wieviel ein Sauenhalter pro Ferkel verdient. Die Antwort der Bundesregierung ist ernüchternd: Die Betriebe haben im vergangenen Jahr im Durchschnitt einen Verlust von elf Euro pro Ferkel gemacht. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung” (NOZ) schreibt, haben demnach Landwirte mit Sauenhaltung 2017 noch fast 7,30 Euro an einem Tier verdient.

Anzahl der Betriebe mit Sauenhaltung nimmt ab

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium wurden 2018 noch 7800 Sauenhalter gezählt. Das sind 50 Prozent weniger als zu Beginn des Jahrzehnts. Vor allem kleine Betriebe sind betroffen. Die verbleibenden werden immer größer, weiß die NOZ. Demnach stieg die Zahl der gehaltenen Sauen im Durchschnitt auf zuletzt 235 Tiere pro Betrieb an. 2010 waren es noch 141 Sauen.

Grüne fordern von Bundesregierung Alternativen

Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, fordert in der NOZ: „Wir brauchen einen Gesellschaftsvertrag für eine neue, umweltverträgliche Tierhaltung mit artgerechten Haltungsbedingungen und fairen Preisen.“ Der Politiker kritisiert zwar Eingriffe wie die Kastration, das Kürzen von Schwänzen oder das Schleifen von Zähnen bei Ferkeln als „grausam“, die Bundesregierung biete den Tierhaltern aber keine Alternativen. Die Politik von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sei so wirkungslos, „als hätte man die Titanic mit Pflastern geflickt“, so Ostendorff.

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