Rückgang der Artenvielfalt auch durch Fressfeinde

Erstmals bestätigt die Bundesregierung natürliche Feinde als einen der Gründe für den Schwund verschiedener Brutvögel.

In der Landwirtschaft wird von Naturschützern oft der Grund für den Rückgang der Artenvielfalt gesucht. Bisher hat die Bundesregierung ausschließlich die Agrarlandschaft als Ursache für das Schwinden der Brutvögel gesehen. Auf eine kleine Anfrage der Grünen stuft man in Berlin erstmals auch Fressfeinde als bedeutend ein. Besonders gefährdet sei das Rebhuhn, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) mitteilt. Der Verband begrüßt die zusätzliche Einschätzung, fordert aber auch gleichzeitig eine Lebensraumverbesserung mit den Landwirten.

Die Zahl der Brutvögel in der Agrarlandschaft hat in den vergangenen Jahren europaweit abgenommen. Der Rückgang allein beim Rebhuhn in Deutschland von 1990 bis 2015 wird mit 84 Prozent beziffert. Die Daten der Jäger aus dem „Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands“ (WILD) bestätigen dies: Demnach haben Wissenschaftler im Nordwestdeutschen Tiefland, dem einstigen Hauptverbreitungsgebiet der Rebhühner, 2015 nur noch 0,53 Paare pro Quadratkilometer gezählt. Das sind 45 Prozent weniger als neun Jahre zuvor. Dieser Rückgang falle zusammen mit der politisch gewollten Abschaffung der obligatorischen Stilllegungsflächen, so der DJV.

Das Ziel des Jagdverbandes ist, dass die zum Teil intensiv genutzten Agrarflächen wieder strukturreicher gestaltet werden. Insbesondere Rebhühner benötigten einen hohen „Grenzlinienanteil“ aus Hecken, Rainen oder Blühstreifen, so der DJV. Dort finden sie Wildkräuter und Insekten. Zusätzlich sind sie auch vor Fressfeinden geschützt, so der DJV.

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