Rolls-Royce plant unabhängige Stromnetze für Landwirtschaft

Das britische Unternehmen hat mit seiner in Friedrichshafen ansässigen Tochter MTU ein Batteriesystem für die Landwirtschaft entwickelt.

Rolls-Royce bietet mit seiner Marke MTU erstmals klimaschonende und dezentrale Energielösungen für die Landwirtschaft an. Diese unabhängigen Stromnetze kombinieren mit Hilfe einer sogenannten Microgrid-Steuerung erneuerbare Energiequellen mit Batteriespeichern sowie Gas- und Dieselaggregaten. C02Emissionen durch Stromerzeugung sollen so reduziert werden. Landwirte werden außerdem unabhängiger vom Stromnetz und können bereits vorhandene Energiequellen wie Solar- und Biogasanlagen integrieren, was finanzielle Vorteile bietet. Vorgestellt hat das Unternehmen die Entwicklung im November auf der Agritechnica.

Energie wird gespeichert

Statt elektrische Energie, die mit biogasbetriebenen Anlagen gewonnen wird, kontinuierlich ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen, wird sie im MTU-EnergyPack gespeichert. Vom intelligenten Energiemanagement gesteuert, gibt das System die Energie erst dann ins Netz, wenn sie zu Spitzenzeiten gebraucht wird und besonders hohe Preise erzielt.

Beispiele für die Landwirtschaft

Gewächshaus-Pflanzen etwa benötigen möglichst gleichmäßige Temperaturen und Lichtverhältnisse, um optimal zu wachsen. Der dafür benötigte Strom und die Wärme sind enorm teuer. Eine kombinierte Stromerzeugung aus Photovoltaik-Anlage und MTU-Aggregat, gekoppelt mit einer Batterie und der intelligenten Steuerung macht das Gewächshaus rund um die Uhr unabhängig vom Stromnetz. Tagsüber von der Photovoltaikanlage und einem Gas-Blockheizkraftwerk in den Batteriespeicher eingespeiste elektrische Energie wird zur Beleuchtung der Pflanzen und für andere elektrische Verbraucher eingesetzt. Die Wärme des Blockheizkraftwerkes heizt die Gewächshäuser, das aus dem Abgas abgeschiedene CO2 düngt die Pflanzen.

Auch für Landwirte, die mit Photovoltaik- oder Biogasanlagen Strom für das öffentliche Stromnetz produzieren und dafür gefördert werden, kann ein Microgrid eine lohnende Investition sein. Denn die Fördersätze sinken kontinuierlich und viele Förderungen laufen nach 20 Jahren bald aus. Zusätzlich müssen Betreiber größerer Photovoltaik-Anlagen auf den eigenverbrauchten Strom eine EEG-Umlage zahlen. Hier kann durch die Integration eines Batteriespeichers ein neuer Kostenvorteil entstehen.

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