Retten Asiaten die europäischen Agrarmärkte?

Während die europäische Landwirtschaft innerhalb der heimischen Märkte mit Preisverfall und Druck durch Handelsunternehmen kämpft, warten Konsumenten im Fernen Osten offenbar sehnsüchtig auf europäische Agrarprodukte.

Australier macht auf asiatische Milchmärkte aufmerksam

Dass Asiaten, allen voran die chinesischen Verbraucher, europäische Milch lieben, zeichnet sich seit einigen Jahren ab. Laut Jeremy Baynard, Geschäftsführer der australischen ACE Farming Company, könnte durch Investitionen in den entsprechenden Ländern sogar der globale Milchmarkt gerettet werden. Auf der „Global AgInvesting Asia Conference“ in Singapur fasste er die Marktchancen in Asien zusammen. Er sieht nicht nur für neuseeländische Milch, sondern auch auch für EU-Milch große Möglichkeiten im fernen Osten. „Das niedrige Preisniveau bei Milchprodukten könnte für den Molkereisektor auch neue Investitionsmöglichkeiten bieten“, so Baynard. Vor allem in jenen Regionen der Welt, in denen der Molkereisektor noch in den Kinderschuhen stecke, seien nun verstärkte Investitionen möglich. Als Beispiele nannte er Vietnam, China und Indien, wo der Wohlstand langsam wachse und damit auch die Nachfrage nach Milchprodukten. Er empfiehlt aber auch in Richtung Brasilien Ausschau zu halten.

Preisdruck bei Schweinefleisch

Den Sommer über war das Preisgefüge am europäischen Schweinemarkt relativ stabil, was nicht zuletzt saisonbedingt an den geringen Schlachtzahlen aufgrund der diesjährigen hohen Temperaturen liegt. Vergangene Woche musste ein Minus von 6 Cent notiert werden. Vor allem im Norden der Bundesrepublik nutzten die Großabnehmer die erste Gelegenheit, Druck auszuüben. Die negative Tendenz zeichnet sich in der ganzen EU ab. Auch hier zählt China zum wichtigsten Exportziel. Im ersten Quartal 2015 stiegen die Exporte ins Land der aufgehenden Sonne um 37 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014.

Steigende Exporte trotz Russlandembargo

Dass man sich von einem Embargo, wie es Russland noch immer gegen Europa praktiziert, nicht einschüchtern lassen darf, zeigen die aktuellen Zahlen der EU-Exporte in Drittländer. Die EU-Kommission sieht die landwirtschaftlichen Exporte auf gutem Weg. Laut der jüngsten Statistiken stiegen die Agrarausfuhren im Juli um 8 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum 2014. Zwischen August 2014 und Juli 2015 wurden aus der EU 6 Prozent mehr Lebensmittel exportiert als im Vergleichzeitraum zwischen 2013 und 2014.

Wenn man die Exporte in einzelne Staaten betrachtet, haben sich zu Beginn des zweiten Halbjahres die USA (+16 %) und China (+33 %) als Hauptabnehmer hervorgetan. In der Schweiz, Algerien, Südafrika, Saudi Arabien und Ägypten sind Agrarprodukte aus der EU ebenfalls beliebt. Die Rindfleischproduzenten konnten ihre Exporte zwischen August 2014 und Juli 2015 um 23 Prozent steigern.

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