Resistente Keime in Gewässern: Gesundheitsamt beruhigt

Nachdem laut einer NDR-Recherche die niedersächsischen Seen und Bäche stark belastet sind, reagierte jetzt das Landesgesundheitsamt.

Nachdem Reporter des NDR aus niedersächsischen Gewässern Proben genommen hatten und auf antibiotikaresistente Keime untersuchen ließen, hat nun das Landesgesundheitsamt beruhigt. Wie die “Welt” unter Berufung auf die Deutsche Presseagentur dpa schreibt, habe die Behörde teilweise Entwarnung gegeben.

Resistenzgene seien in der Natur vorhanden, das sei völlig normal, sagte der Abteilungsleiter für Umwelthygiene im niedersächsischen Gesundheitsamt, Roland Suchenwirth zur dpa. “Das ist für den Normalbürger mit gesunder Haut und gesundem Immunsystem erst einmal kein Problem», sagte Suchenwirth. Kritisch sei das Ganze dann, wenn Patienten im Krankenhaus mit diesen Keimen in Berührung kommen. Die multiresistenten Keime gelten neben coliformen Keimen als Indikator für die Wasserqualität. Zu den Viren zählen MSRA und ESBL.

Antibiotika in der Tiermast stark verringert

Dass Keime aus der Humanmedizin einen großen Teil zur der Belastung beitragen, sieht man an den Zahlen, die das niedersächsische Agrarministerium präsentiert. Der Antibiotikaverbrauch in der niedersächsischen Tiermast konnte seit 2011 um mehr als die Hälfte verringert werden. Insgesamt gibt es in Niedersachsen rund 270 kontrollierte Badegewässer, die für Menschen ohne gesundheitliche Vorbelastung völlig unbedenklich sind.

Umweltbundesamt sieht “große Risiken”

Der NDR hatte mit der Recherche für großes Aufsehen gesorgt. Die Reporter hatten exemplarisch an mehreren Orten in Niedersachsen Wasser- und Sedimentproben genommen. Das Ergebnis der Untersuchung: Überall fanden sich multiresistente Bakterien, gegen die viele Antibiotika nicht mehr wirken. Wie stark Gewässer belastet sind, sei weitgehend unbekannt, so der NDR. Denn es gebe bislang keine systematischen Kontrollen auf solche Erreger. Nach Ansicht von Ärzten und Wissenschaftlern bestehe die Gefahr, dass sie sich dort anreichern und weiter verbreiten, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, hatte dem Sender “große Risiken” bestätigt.

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