Reinhold Messner: „Wölfe nach Sibirien verbannen“

Die Bergsteigerlegende sieht keinen Platz für Wölfe in Mitteleuropa. Deutsche Verbände kritisieren BfN-Strategie.

Es kommt beim Bergsteigen nicht auf neue Rekorde an. Sich der Natur auszusetzen ist alles“, sagte einmal Bergsteigerlegende und Naturversteher Reinhold Messner. Er liebt die Natur, der alpine Massentourismus ist im zuwider. Jetzt ließ er in der österreichischen „Kronen Zeitung“ mit seiner Meinung über die Rückkehr der Wölfe nach Mitteleuropa aufhorchen. Naturschützer wird seine Einstellung nicht gefallen.

Wölfe sind Jäger, sie reißen Schafe, Ziegen, aber auch Kälber und Esel. Und das bringt unsere traditionelle Almwirtschaft in Gefahr“, sagte Messner zu der Zeitung. In Sibirien sei genug Platz für die Raubtiere, aber nicht bei uns, so der Extrembergsteiger. Der Grund für seine Wut liegt wohl auf der Hand: Reinhold Messner ist heute Bergbauer in seiner Südtiroler Heimat und hat selbst den Verlust eines Yak-Stiers zu beklagen.

Wolfsbestand wächst rasant

Die Wölfe in Deutschland verbreiten sich weiter. Laut Deutschem Bauernverband (DBV) wächst der Wolfsbestand jährlich um 30 Prozent. Mehr als 70 Rudel und Paare gibt es derzeit in Deutschland. Die Anzahl der von Wölfen getöteten landwirtschaftlichen Nutztiere betrug im Jahr 2015 über 700. „Tendenz steigend“, mahnt der DBV.

Im Vorfeld der Umweltministerkonferenz vergangene Woche in Potsdam haben sieben Verbände als Vertreter der Landwirte, Weidetierhalter und Jagdrechtsinhaber in einem gemeinsamen Brief an die Umweltminister der Bundesländer appelliert. Sie fordern eine „tragfähige Strategie zur Sicherung der Weidetierhaltung im Umgang mit dem Wolf zu entwickeln“.

„Kapitulation vor der Wirklichkeit“

Die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) publizierten Handlungsempfehlungen kommen nach Ansicht der Weidetierhalter einer „Kapitulation vor der Wirklichkeit in unserem Land“ gleich. Die Verbände kritisieren, dass das BfN die Verantwortung für den Schutz allein den Tierhaltern auferlegt. Für das Bundesamt sei die einzige Strategie gegen Wolfsrisse nur der Herdenschutz. Dagegen fände in anderen Ländern wie Frankreich, eine aktive Regulierung der Wolfsbestände statt, einschließlich Bejagung, so die Verbände. In diesen Regionen sind die Wolfsbestände geringer als in Deutschland.

Die Verbände kritisieren des Weiteren, dass in der BfN-Strategie nicht einmal die Entnahme von sogenannten Problemwölfen und -rudeln vorgesehen sei. Diese hätten sich auf Nutztierrisse spezialisiert und Herdenschutzzäune überwunden. Zudem bleibe das Bundesamt die Antwort schuldig, wie die Ansiedlung des Wolfes in Weidetier- und Grünlandregionen verhindert werde. Die Weidetiere und der Erhalt des Grünlandes seien durch die Raubtiere existentiell gefährdet, kritisieren die Verbände.

 

Ein Gedanke zu „Reinhold Messner: „Wölfe nach Sibirien verbannen“

  • 24.08.18 um 9:26
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    Wölfe haben auch eine Daseinsberechtigung. Dann müssen die „Nutztiere“, welche ohnehin nur leben um zu sterben, eben noch besser vor Wolfsangriffen geschützt werden.

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