Proteste: Das fordern Milchviehhalter von den Molkereien

Milchviehhalter fordern bei erneuten Protesten eine dauerhafte bessere Marktposition.

Für Milchviehhalter wird die Schere zwischen Kostendeckung und stark steigenden Produktionskosten immer größer. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) kritisiert: Starken Preisanstiegen für viele Betriebsmittel stünden Milchpreise gegenüber, die „vor sich hin dümpeln“ und „stabil niedrig“ gehalten würden. Die Marktentwicklung ermögliche aber die Durchsetzung deutlich höherer Preise. Der Verband spricht von einer Kostenunterdeckung von 30 Prozent. Er kritisiert, dass die Proteste im vergangenen Jahr keine Wirkung gezeigt hätten.

Proteste vom Herbst werden fortgesetzt 

Nachdem Landwirte und Landwirtinnen unter dem Motto „Schluss mit lustig“ vergangenen Herbst vor Molkereien und Verarbeitungsbetrieben demonstriert hatten, gehen die Proteste jetzt weiter. Das Motto: „Schluss mit Mauern“. Der BDM wirft den Molkereien vor, die Forderungen vom Herbst immer noch nicht umzusetzen. Gefordert wurde nicht nur die Durchsetzung höherer Preise, sondern auch die Unterstützung von Instrumenten und Maßnahmen zur Verbesserung der Marktstellung der Erzeuger. Zum Auftakt besuchten Milchviehhalter vergangenen Freitag die Unternehmen Hochwald im bayerischen Heimenkirch und Deutsches Milchkontor (DMK) in Edewecht (Niedersachsen).

Bessere Marktposition statt einzelner Preiserhöhungen

Der BDM betont, dass die beiden Unternehmen nicht ausgewählt wurden, weil speziell deren Preise zu niedrig seien. Vielmehr hätten sie mit ihrer Marktbedeutung die nötige Durchsetzungskraft und eine Leuchtturmfunktion, um entscheidende systemische Veränderungen für die Milchviehbetriebe anzuschieben. Stattdessen werde gemauert, so der Verband, dem zufolge Preiserhöhungen einzelner Molkereien um ein bis zwei Cent nichts bringen. Auch Mehrwertprogramme, die wieder mit Kosten verbunden sind, seien laut der Interessenvertreter kein zukunftsfähiger Lösungsansatz. Die Milchviehhalter fordern mit ihrer Aktion die Molkereien auf, die Mauern der kompletten Verarbeitungsbranche einzustellen und den Milchviehhaltern eine bessere Marktposition und damit bessere Marktpreise zu ermöglichen.

Foto: Wolfgang Ehrecke/pixabay.com (Symbolbild)

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