Profitabel ohne Subventionen?

Selbst in Zeiten kränkelnder Staatshaushalte und schwankenden Zahlen gibt es den einen oder anderen konstanten Stern am Horizont. So zumindest lässt sich auf die Subventionen blicken, die alle 7 Jahre neu im EU-Finanzhaushalt beschlossen werden und nicht nur der heimischen Landwirtschaft den Rücken stärken soll. Doch sind diese Subventionen notwendig? Und für was genau werden diese Mittel vergeben?

Der Fernsehsender 3sat hat in seiner Sendung “makro” letzte Woche versucht, den Kern dieses polarisierenden Themas zu ergründen. Fakt ist: Für nichts wird in der EU so viel Geld ausgegeben wie für die Landwirtschaft. Mit angeblich 90 % aller deutschen Bauern stellt der Deutsche Bauernverband eine gewaltige Stimme dar, wenn es um Widerstand gegen das Abschaffen oder Reformieren von Agrarsubventionen geht. Dabei geht es auch ohne: In einem Beispiel aus dem Beitrag erklärt exemplarisch ein Landwirt, dass Einnahmen auch ohne die Zuschüsse möglich sind. Gefragt ist demnach unter anderem ein gewisses Maß an Kreativität und Mut. So können eigene Verkaufsstellen oder der Zusammenschluss zu einem landwirtschaftlichen Verbund die Einnahmen erhöhen und Kosten reduzieren.

Absicht der Subventionen seien vor allem das Sorgen für eine nachhaltige Landwirtschaft, dabei werden immer mehr Stimmen von Landwirten und Forschern laut, dass der Schutz der Natur an dieser Stelle zu kurz kommt. Werden Fördermittel aktuell pauschal noch für jeden Hektar Land ausgezahlt, bedürfe es dringend einer Reform in diesem Punkt. Wer sich nachweislich für den Schutz der Natur und Landwirtschaft einsetzt, sollte besser gefördert werden als vergleichsweise größere Betriebe. Der starke Widerstand bei der Reform rührt natürlich auch daher, dass für viele landwirtschaftliche Betriebe die Vorstellung des völligen und plötzlichen Wegfalls dieser Gelder Angstzustände hervorruft. Es schadet jedoch nicht, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen, wie man mit weniger Fördergeldern selbst zurechtkommen kann. Einen Plan B zur Hand zu haben kann spätestens dann hilfreich werden, wenn Brüssel sich entscheiden sollte, den Etat für die Agrarsubventionen doch einmal nach unten zu korrigieren. Denn neben der Lobby der Landwirtschaft gibt es auch einen steigenden Unmut darüber, dass es für diese gewaltigen und durch Steuern erhaltenen Geldmengen kaum Einflussmöglichkeiten in deren Verteilung gibt.

Pauschale Subventionen oder individuelles Fördern, welcher Meinung sind Sie? Machen Sie sich schon Gedanken oder suchen Sie noch Tipps zum Umstieg auf mehr Unabhängigkeit von der EU? Diskutieren Sie mit!

2 Gedanken zu „Profitabel ohne Subventionen?

  • 27.09.12 um 18:50
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    Wo Frau Rahm-Farr recht hat, hat sie recht.

    Ich habe den 3sat Bericht zwar nicht gesehen, aber alleine die Programmankündigung hatte bereits was reißerisch-unseriöses – ist man von einem soliden Sender wie diesem nicht gewohnt.

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  • 26.09.12 um 8:00
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    Viel weniger Sachverstand kann man mit einem Artikel nicht beweisen.
    1. Im EU-Haushalt gibt es außer Landwirtschaft (GAP) keine andere gemeinsame Politik. Ressorts wie Gesundheit, Soziales, Bildung, Wirtschaft etc. sind alle bei den Nationalstaaten geblieben. Von daher sind 90 % völlig normal bzw. so vereinbart! Die Ausgaben für Landwirtschaft liegen für die EU mit ihren Staaten bei 1 % der gesamten Haushaltssummen. Ist wiklich wenig.
    2. Klar kommen wir ohne die Zuschüsse aus – das wird sich direkt auf die Preise auswirken. Die Subventionen stabilisieren zwar das Einkommen der Landwirte, aber vor allem garantieren sie den Verbrauchern niedrige Preise. Insofern ist das Geld eigentlich eine soziale Subvention. In D geben wir nur 11 % unseres Einkommens für Lebensmittel aus, da bleibt wirklich noch viel Luft für Urlaub, Handys + Elektronik, Auto, Miete, Möbel, Klamotten, Freizeit und Kultur. Ich finde es schade, dass die Leistung der Landwirte, eine ausreichende Menge hervorragender Lebensmittel zu für jedermann erschwinglichen Preisen bereitzustellen, so wenig gewürdigt wird.
    3. „Wer sich nachweislich für den Schutz der Natur und Landwirtschaft einsetzt, sollte besser gefördert werden als vergleichsweise größere Betriebe“ – Äpfel sollte man nicht mit Birnen vergleichen! Wie stark sich ein Betrieb für Umwelt und Landschaft einsetzt, hat rein gar nichts mit der Betriebsgröße zu tun! Diese Sozialromantik hängt mir langsam zum Hals raus. Betriebe müssen wirtschaftlich arbeiten, um zu überleben – genau wie alle anderen (außer den Staatsbetrieben). Eine gewisse Größe ist dafür die Vorausssetzung und durch moderne Technik auch gut zu bewirtschaften.
    4. Individuelles Fördern – klingt gut, bedeutet aber meist einen noch größeren Wust an Bürokratie. Ein Großteil der eingesammelten Gelder für die GAP verbleibt ja doch direkt in den Verwaltungen!

    So, jetzt habe ich das gröbste mal korrigiert. An den leider unbekannten Schreiber: WEnn man auf einer Landwirtschaftsseite blogt, sollte man zumindest ein bisschen sich vorher informieren;)

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