Professor zu Klimaauswirkungen: „Nicht die Nutztierhaltung ist das Problem, sondern fossile Rohstoffe“

In einem Interview mit „Fokus Fleisch“ relativiert ein Professor der TU München die Treibhausgase aus der Nutztierhaltung.

Die Nutztierhaltung steht in der Kritik, durch die Emissionen der Tiere einen hohen Anteil der Treibhausgase zu verursachen. In einem Interview mit „Fokus Fleisch“ erklärt Dr. Dr. Wilhelm Windisch, Professor für Tierernährung an der TU München, dass das Gegenteil der Fall sei.

Klimagase aus Landwirtschaft auf biogenen Kreisläufen

Die Haltung von Nutztieren wird von ihren Gegnern oft in direkten Zusammenhang mit Umweltschädigung gebracht. Dabei werden insbesondere die Auswirkungen der Klimagase in den Vordergrund gestellt. „Fokus Fleisch“ kritisiert, dass oft unerwähnt bleibe, dass die Klimagase der Landwirtschaft aus ausgeglichenen biogenen Kreisläufen stammten und nicht aus fossilen Energieträgern, die zusätzliches CO2 in die Atmosphäre transportierten. Das habe auch der Weltklimarat im ersten Band des sechsten IPCC-Sachstandsbericht so festgestellt.

Ausstoß aus Nutztierhaltung am geringsten

Der Klimawandel falle mit der Industrialisierung und nicht mit den Methan-Ausstößen der Tierhaltung zusammen, sagt Prof. Windisch und nennt konkrete Zahlen: „Laut Umweltbundesamt entfallen rund sechs Prozent des gesamten Ausstoßes an CO2-Äquivalenten im Jahr auf Methan, davon rund zwei Prozent auf die Wirtschaftsbereiche Verkehr oder auch Abfallwirtschaft. Vier Prozent gehen auf die Landwirtschaft zurück. Von diesen wiederum stammen die Hälfte aus dem Pflanzenanbau und lediglich weitere zwei auf die Nutztierhaltung inklusive Güllelagerung.“ Wenn man also alle Nutztiere abschaffen würde, sei der Effekt für die Umwelt so klein, dass er kaum messbar wäre, so der Wissenschafter.

Fleischersatzprodukte eine Alternative?

Fleischersatzprodukte, wie im Labor hergestelltes Fleisch, stellen für Prof. Windisch keine Alternative zu der praktizierten Erzeugung von Fleischprodukten dar. Auch Zellkulturen müssen mit hohem Energieaufwand versorgt werden. „Die Zellkultur muss ja auch gefüttert werden. Und zwar mit höchst reinen Nährstoffen, die man erst mal aus veganen Lebensmitteln aufwändig herstellen muss. Nachdem man immer weniger erntet als man füttert, ist diese ‚Alternative‘ in Wirklichkeit eine Vernichtungsmaschine von Nährstoffen, denn man hätte das Futter für die Zellkultur ja auch selber essen können“, erklärt Prof. Windisch.

Das ganze Interview mit Prof. Wilhelm Windisch ist auf fokus-feisch.de zu lesen.

Foto: Alexas_Fotos/pixabay.com

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