Pflanzenschutzmittel: Wissenschaftlicher Dienst der EU hält Verzicht für unrealistisch

Der Wissenschaftliche Dienst des EU-Parlaments hat eine Analyse vorgelegt, der zufolge der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel unrealistisch ist.

Der Wissenschaftliche Dienst des Europaparlaments (EPRS) ist nach einer Analyse zu dem Ergebnis gekommen, dass Landwirte ohne tolerierbaren Mehraufwand und Einbußen nicht auf Pflanzenschutzmittel verzichten können. Das berichtet das Informationsportal “Proplanta”.

Integrierter Pflanzenschutz statt Pflanzenschutzmittel

Am sinnvollsten um Pflanzenschutzmittel zu reduzieren sieht der EPRS die Weiterentwicklung des integrierten Pflanzenschutzes. Dies beinhalte, wie “Proplanta” die Wissenschaftler zitiert, den Einsatz von neuen Technologien und „precision farming“. Auch die Züchtung von widerstandsfähigeren Sorten sei ein Weg.

EPRS sieht in Ökolandbau keine Alternative

Die Wissenschaftler weisen auf die negativen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Biodiversität hin. Allerdings seien die Folgen einer Landnutzungsänderung gravierender. Die Ausweitung des Ökolandbaus sei deshalb keine Alternative. Einer marginal höheren Artenvielfalt auf lokalem Niveau stünde eine drastische globale Verringerung aufgrund des höheren Flächenbedarfs gegenüber, warnt der EPRS.

Zu viele Akteure bei Risikobewertung?

Auch zu gesundheitlichen Risiken von Pflanzenschutzmitteln äußerte sich der Wissenschaftliche Dienst: Wirkstoffe im Pflanzenschutz zählten zu den am besten untersuchten Substanzen des Alltags. Das Risiko liege nicht bei null, sei aber akzeptabel und werde nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft beurteilt.

Vor dem Hintergrund um die Debatten rund um Glyphosat kritisiert der EPRS, dass an der Risiko-Kommunikation zu viele Akteure beteiligt seien. Das könne zu widersprüchlichen Botschaften führen. Um zu vermeiden, dass die Bevölkerung Risikobewertungen als willkürlich beziehungsweise käuflich einstuft, empfehlen die Europawissenschaftler, neutrale Meinungsführer einzusetzen.

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