Pflanzenbau: Vorteile von Buchweizen

Die Universität Hohenheim bringt den Buchweizen für den landwirtschaftlichen Pflanzenbau wieder ins Gespräch: Trendlebensmittel und Insektenweide.

Einst galt er als „Arme-Leute-Essen“, heute ist Buchweizen ein hippes, trendiges Lebensmittel, das mehr und mehr Anhänger findet. Doch auch aus ökologischer Sicht ist Buchweizen interessant. Denn er gilt als ideale Insektenweide zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten anderen Ackerpflanzen schon verblüht sind. Welche Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Pflanzenbau erfüllt sein müssen und welche Auswirkungen dieser auf die Biodiversität hat, untersuchen Wissenschaftler der Universität Hohenheim in Stuttgart. Das Projekt wird vom Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördert.

Buchweizen vielversprechend für Pflanzenbau

„Buchweizen zählt zu den vielversprechenden Pflanzenarten, die für einen Anbau in Südwestdeutschland geeignet sein könnten“, erklärt Prof. Simone Graeff-Hönninger. „Die Pflanze stellt wenig Ansprüche an den Boden und kann wegen ihrer kurzen Vegetationszeit und eines möglichen späten Saattermins als Zweitkultur angebaut werden.“ Buchweizen ist kein Getreide, sondern gehört zu den Knöterichgewächsen. Er bildet dreikantige Früchte aus, die an Bucheckern erinnern und ihm zu seinem Namen verholfen haben.

Forscher entwickeln Anbausystem

Bis ins 19. Jahrhundert war Buchweizen weit verbreitet und zählte zu den Grundnahrungsmitteln. Doch im Zuge der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft nahm seine Anbauwürdigkeit immer mehr ab. Der Anbau rentierte sich für den Landwirt nicht mehr, denn der Ernteertrag ist relativ gering: „Pro Hektar werden etwa 2 bis 2,5 Tonnen geerntet, also im Schnitt halb so viel wie bei Sommerweizen“, so Graeff-Hönninger. In ihrem Projekt möchten die Wissenschaftler deshalb ein Anbausystem für Buchweizen entwickeln. Dazu werden die Auswirkungen verschiedener Aussaattermine und Stickstoffdüngungsstufen erfasst, zum Beispiel Ertrag, Bestandsentwicklung und Blühdauer. Die Buchweizenproben werden anschließend vermahlen und das Mehl der Bäckerfachschule Stuttgart für entsprechende Backversuche zur Verfügung gestellt.

Schon jetzt zeichnet sich laut der Forscher ab, dass es für Landwirte durchaus interessant sein kann, Buchweizen als Zweitkultur anzubauen. Obwohl die Pflanze wenig Ansprüche an den Boden stellt, ist sie kälteempfindlich. Wenn sich das Klima weiter erwärmt, könnte Buchweizen so durchaus eine Alternative zu klassischen Ackerpflanzen sein.

Foto: Universität Hohenheim/Jenicke

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