Ökolandbau: Nachholbedarf in landwirtschaftlicher Ausbildung

Bundesweit gibt es große Unterschiede beim Unterricht über Ökolandbau. Experten diskutierten über die bessere Integration von entsprechenden Themen in den Unterricht.

Die Bundesregierung hat das Ziel, dass 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands ökologisch bewirtschaftet wird. Experten machen sich darüber Gedanken, ob Ökolandbau in den Fachschulen und der beruflichen Bildung genug Raum einnimmt, um das Ziel erreichen zu können. Ende März diskutierten bei einer Fachtagung in Fulda Bildungsexperten sowie Vertreter von Verbänden und Ministerien über die bessere Integration von Bio in die Berufsausbildung.

Bundesweit Unterschiede beim Unterricht über Ökolandbau

Grundlage waren die Ergebnisse einer Studie zum Status quo. Diese wurde vom  Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN), dem Deutschen Bauernverband (DBV) und dem Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) realisiert. Das Ergebnis, auf das die Initiatoren aufbauen wollen: Die Unterschiede von Schule zu Schule und von Bundesland zu Bundesland sind teils frappierend. Manche Berufs- und Fachschulen räumen dem Ökolandbau bereits seit Jahren hohe Priorität ein, andere wiederum geben dem Thema wenig Platz. Deshalb sollen in den Bundesländern und den verschiedenen Produktionssparten Dialogforen durchgeführt und Handlungsoptionen erarbeitet werden.

Auch Lehrer müssen lernen

„Für mehr Ökolandbau im Berufsschulunterricht brauchen wir mit den entsprechenden Kenntnissen ausgebildete Lehrer”, so KÖN-Geschäftsführerin Carolin Grieshop, “sie müssen in allen Stationen der Lehrerausbildung – im Studium und Referendariat – mit den Themen des Ökolandbaus vertraut gemacht werden.

Mehr Geld und Vernetzung

Laut Grieshop müssten die Berufs- und Fachschulen sowie die überbetrieblichen Ausbildungsstätten finanziell und personell besser ausgestattet werden. Das gelte auch für die zuständigen Landesministerien und verantwortlichen Institutionen. Chancen sieht sie beispielsweise in Weiterbildungsangeboten und der Überarbeitung der Landeslehrpläne. Lehrer sollten auch mit kompetenzfördernden Schriften, sogenannten Handreichungen, ausgestattet werden. Wichtig sei aber auch, so die Experten von KÖN, DBV und VLK, die begonnenen Dialogprozesse fortzuführen und die Akteure bundesweit zu vernetzen, damit sie voneinander lernen können.

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