Ökoforscher verteidigt Grüne Gentechnik

Auch Biolandwirte könnten laut dem Ökoforscher Urs Niggli von neuen Methoden in der Gentechnik profitieren.

„Ich bin gegen eine generelle Verteufelung der neuen Gentechnik“, sagte Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FibL), in einem Interview mit dem Greenpeace Magazin. Er empfiehlt, das Thema differenzierter zu sehen – weg vom Blick in schwarz oder weiß.

Die erst in den vergangenen Jahren entwickelte Crispr/Cas-Methode ermögliche äußerst präzise Änderungen des Genoms, die denen durch Züchtung sehr nahe kommen, sagt Niggli. Er sieht in der Methode Chancen für die Landwirtschaft. Ethisch gesehen kann er sich für die Entdeckung sogar eine Zukunft in der Ökolandwirtschaft vorstellen.

Gentechnik ist nicht gleich Gentechnik

Während bei der „klassischen“Gentechnik neue Genome in den Organismus eingeführt werden, ähnelt die neue Methode eher einem gezielten chirurgischen Eingriff in die Pflanze. Molekularbiologen können punktgenau bestimmen, wo im Genom die Veränderung stattfinden soll. CRISPR („Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats“) steht für einen bestimmten Abschnitt in der DNA, mit dem Bakterien Viren bekämpfen. Cas9 ist ein Eiweißkomplex, der die DNA zerschneiden kann. Die Stelle, die zerschnitten wurde, wirkt wie eine Datenbank, in der Viren „gespeichert“ und so Art „Steckbriefe“ angelegt werden. Dringt erneut ein Virus mit der gleichen DNA ins Bakterium, wird es mit Hilfe der gespeicherten DNA-Schnipsel erkannt. Die Zelle setzt dann ein sogenanntes Cas-Enzym frei, das die virale DNA des für die Pflanze gefährlichen Virus zerschneidet.

Gentechnik-Gegner sehen auch diese Methode ethisch nicht vertretbar. Sie befürchten, dass Produkte von Pflanzen, die mit dieser Methode behandelt wurden, nicht gekennzeichnet werden müssen. Das Interview mit Urs Niggli kann auf der Internetseite des Greenpeace Magazins gelesen werden.

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