Obstbäume: Forscher entlarven den Feuerbrand

Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts haben den Grund gefunden, warum Obstbäume an Feuerbrand erkranken.

Feuerbrand zählt zu den ökonomisch bedeutendsten Krankheiten im Kernobstanbau. Betroffen sind unter anderem Apfelbäume. Betriebe, die sich mit dem Anbau von Obst beschäftigen, fürchten das Bakterium Erwinia amylovora, das die Obstbäume befällt. Es lässt sich nur schwer bekämpfen, besonders da eine Behandlung mit Antibiotika verboten ist. Landwirte müssen dadurch weitreichende Maßnahmen, wie die Entfernung befallener Baumteile oder sogar Rodungen, durchführen.

Obstbäume erkranken durch einen einzigen Erreger

Große Hoffnung liegt auf der Züchtung neuer resistenter Apfelsorten. Dazu muss aber vorher klar sein, wie Wirtsbaum und Schaderreger miteinander interagieren. Genau das testet das Julius Kühn-Institut (JKI) in Dresden. Die Forscherinnen und Forscher konnten nun nachweisen, dass ein einziges Protein des Bakteriums ausreicht, um Krankheitssymptome beim Apfel auszulösen. Der komplizierte Name des Proteins: AvrRpt2EA.

Erreger überlistet Äpfel

Der Feuerbranderreger überredet den Apfel, ihm ein Bett aus toten Zellen zu bereiten, von dem er sich ernährt. Die Wissenschaftler wiesen nach, dass dieses einzige Protein ausreicht, um den Vorgang anzustoßen. Um praktische Abwehrmethoden zu finden, muss jetzt noch geklärt werden, wie das Protein genau funktioniert. “Wie das bakterielle Effektorprotein des Feuerbrands in der Pflanze genau wirkt, hatten wir bislang nur unzureichend verstanden“, so Prof. Dr. Henryk Falchowski.
Einige Wildapfelsorten verfügen übrigens über einen natürlichen Abwehrmechanismus gegen den Erreger

Die Erkenntnisse haben die Forscher im Fachmagazin „MolecularPlant Microbe Interaction“ veröffentlicht.

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