Obst und Hopfen kaum von Dürre betroffen

Während beim Getreide punktuell 30 Prozent und mehr Einbußen verzeichnet werden, trotzen Obst und Hopfen weitestgehend der Hitzewelle.

Vor allem Getreide ist von der Trockenheit der vergangenen Monate betroffen. Obst- und Hopfenproduzenten klagen hingegen nicht über Schäden. Im Gegenteil: Die Weinernte begann so früh wie noch nie. Am Montag dieser Woche wurde in diesem Jahr im rheinhessischen Lörzweiler der offizielle Start der Weinlese für den Federweißen ausgerufen. Die gelesenen Trauben der frühreifen Rebsorte Solaris waren mit einem Mostgewicht von über 90 Grad Oechsle bereits außergewöhnlich süß. Auch in der Pfalz oder in Baden wird in den nächsten Tagen die Lese beginnen. In vielen Regionen mussten die Winzer dennoch mit Bewässerung nachhelfen.

Wie das Deutsche Weininstitut mitteilt, werden parallel dazu außerdem schon erste Trauben für die Sektherstellung eingebracht. Sogar für das nördlichste deutsche Anbaugebiet Saale-Unstrut wird der Beginn der Lese für den August erwartet. Später reifende Sorten wie Riesling oder Spätburgunder dürften in diesem Jahr bereits Mitte September statt Anfang Oktober lesereif sein.

Deutscher Wein verändert sich

Der Grund für die frühe Ernte ist nicht unbedingt die Hitze. Der warme Frühling war mitunter auch ein Grund. Wenn man die Weinreben jetzt nicht ernten würde, würde sich mehr Säure aber auch ein höherer Zuckergehalt aufbauen. Das hat zur Folge, dass der Wein auch mehr Alkoholgehalt hat. Die Weine werden schwerer. Wenn die Klimaveränderung anhält, wird sich der deutsche Wein verändern. Das kann durchaus Einfluss auf den Weinhandel in Deutschland haben. Denn die deutschen Verbraucher bevorzugen leichte Weine.

Obst nur teilweise von Hitze betroffen

Während Wein sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit ist, sind bei anderem Obst, wie Äpfel, vor allem die gerade gepflanzten Bäume betroffen. Denn deren Wurzeln sind noch nicht so tief im Boden verankert, um an genügend Wasservorräte zu kommen. Im Allgemeinen haben die Baumbestände aber die Hitze gut überstanden, wie der Pflanzenexperte Steven Jansen von der Universität Ulm dem NDR sagte: “Die Situation ist nicht so dramatisch, dass wir mit einem Massensterben rechnen müssten.” Doch die Witterung bringt mit sich, dass in den deutschen Regionen verschiedene Apfelsorten schon jetzt geerntet werden. Die deutschen Apfelanbaugebiete melden gute Erträge. Die einzigen Schäden könnten durch Hagel entstehen, wie Uwe Harzer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Neustadt an der Weinstraße dem “Trierischen Volksfreund” sagte. Doch das werde sich im Großen und Ganzen nicht groß auswirken.

Hopfen überdurchschnittlich ertragreich

Auch der Hopfen trotzt der extremen Hitze. „Wir erwarten keineswegs eine Katastrophenernte“, sagte Hopfenhändler Stephan Barth zur Frankfurter Rundschau. Die bayerischen Anbaugebiete haben Glück gehabt. Von durchschnittlicher bis leicht überdurchschnittlicher Ernte im September sei noch alles drin, so Barth. Für den besseren Fall sei allerdings irgendwann noch einmal Regen nötig.

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