Nettos „Ein Herz für Erzeuger“ sollte keine Aktion sein

Discounter zeigt sein „Herz für Erzeuger“. Ob die Aktion ein einen nachhaltigen Wert hat, bleibt offen.

Seit gestern verdoppelt die zur Edeka Verbandsgruppe gehörende Netto-Kette ihren „Nachhaltigkeitsaufschlag“ auf 20 Cent. Im Rahmen der Aktion „Ein Herz für Erzeuger“ bezahlen Konsumenten seit 2008 auf bestimmte Produkte ohnehin 10 Cent mehr. Bis 4. Juni spendet Netto weitere 10 Cent direkt an deutsche Landwirte. Laut Netto wird die Richtigkeit „von unabhängigen Rechtsanwälten kontrolliert“.

„Für die Konsumenten ändert sich im Preis nichts“, sagte eine Netto-Sprecherin am Montag zu gruuna.com. Die 10 Cent, die im Rahmen der Aktion „Ein Herz für Erzeuger“ direkt weitergeleitet werden, gingen zulasten von Netto.

Zum Sortiment mit dem „Ein Herz für Erzeuger“-Logo gehören neben Gemüse und Obst Molkereiprodukte, Eier sowie Fleisch- und Wurstprodukte. Unternehmensangaben zufolge wurden 2015 mithilfe des 10 Cent-Aufschlag über 3 Millionen Euro an die teilnehmenden deutschen Erzeugerbetriebe weitergegeben.

Ob die Aufstockung wiederholt oder gar langfristig eingeführt wird, weiß man in der Konzernkommunikation nicht. „Die Aktion ist vorerst auf die Woche begrenzt“, so die Unternehmenssprecherin.

Das, was Netto da macht, sollte allerdings keine Aktion sein, sondern Normalität. Arbeit muss entlohnt werden. Vor allem Milchviehhalter bezahlen derzeit dafür, dass sie „arbeiten dürfen“. Auf dem Milchgipfel sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, dass es in einer sozialen Marktwirtschaft nicht Aufgabe des Staates sei, sich in die Preispolitik des Handels einzumischen. Wenn eine Branche, deren Hauptvertriebsweg der Einzelhandel ist, muss dieser allerdings in die Pflicht genommen werden. Soziale Marktwirtschaft funktioniert nur mit Fairness.

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