NABU bewertet Klimaschutzplan als „mangelhaft“

Der Naturschutzbund hält Landwirtschaft für „klimapolitisches Sorgenkind“.

Nachdem der von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vorgelegte Klimaschutzplan 2050 ein Stück in Richtung „realistische Umsetzung“ abgeändert wurde, kritisiert der Deutsche Naturschutzbund (NABU) jetzt die Annäherung zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.

Der NABU betrachtet es als „unverständlich“, dass etwa die Empfehlung für weniger Fleischkonsum aus dem Plan gestrichen wurde. Der Agrarbereich müsse dringend klimafreundlicher und naturverträglicher werden, so der NABU. „Wenn Deutschland und die EU nicht gegensteuern, würde der Agrarsektor nach aktuellen Schätzungen bis zum Jahr 2050 rund ein Drittel der Treibhausgase der EU ausstoßen – und zum echten klimapolitischen Sorgenkind werden.“

Unverständnis auch für andere Bereiche

Nach der Aufweichung des Planes stellt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller der Bundesregierung auch für andere Ressorts ein schlechtes Zeugnis aus: „Die Maßnahmen sind nur vage umschrieben, der Kohleausstieg wird vorsichtshalber gar nicht genannt und von verbindlichen Zwischenzielen je Sektor ist keine Spur zu finden.“, so der oberste Naturschützer. Wenn das die Antwort der Bundesregierung auf die vereinbarten Ziele der Pariser Klimakonferenz sei, sei das ein schlechtes Zeugnis für die deutsche Klimapolitik, so der NABU-Geschäftsführer weiter.

Miller kritisiert den Klimaschutzplan als „mild und mutlos formuliert“. Zu viel Mut kann auch zum tiefen Fall führen. Die Agrarbranche sollte man allerdings nicht weiter nach unten drücken, sondern wieder auf das Niveau eines für Deutschland wichtigen Wirtschaftszweiges anheben. Und das geht nur mit vernünftigen Kompromissen.

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