Milchpreisschwankungen: Staatliche Instrumente beibehalten

Milchbauernpräsident Schmal fordert von der EU, Verantwortung für Milchpreisschwankungen zu übernehmen.

„Die EU hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend aus der Gestaltung des Milchmarktes zurückgezogen.“, kritisierte Milchbauernpräsident Karsten Schmal anlässlich seiner Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden der „Gruppe für den zivilen Dialog“. Diese berät die EU-Kommission in milchpolitischen Themen.

Schmal: „In dem Rückzug erkennen wir Milchbauern Chancen, aber auch Risiken in Form extremer Preisschwankungen.“ Die EU sei dementsprechend gefordert, die wenigen Instrumente beizubehalten, um diese Schwankungen zu verringern und Marktkrisen entgegenzuwirken, sagte der Präsident. Als wichtigste Faktoren sieht er eine starke erste Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik, die öffentliche Intervention von Milchprodukten sowie die Förderung der Privaten Lagerhaltung in angespannten Marktsituationen.

Lieferbeziehungen modernisieren

Derzeit befinden sich 380.000 Tonnen Magermilchpulver in den öffentlichen Lagern der Europäischen Union. „Wir brauchen aber ebenso eine klare Strategie für den zeitnahen Abbau dieser Lagerbestände“, so Schmal. Die Lieferbeziehungen zwischen Milchbauern und Molkereien müssten modernisiert werden. Das würde eine langfristige Preisabsicherung und eine verbindlichere Abstimmung zu den Anlieferungsmengen ermöglichen. „Staatliche Vorgaben könnten immer nur die zweitbeste Lösung sein“, so Schmal weiter. Vielmehr sollte es aus seiner Sicht im Eigeninteresse aller Akteure sein, dass eine modernere Gestaltung der Lieferbeziehungen umgesetzt wird.

Vorsitzender der „Gruppe für den zivilen Dialog“ ist seit dieser Woche der Franzose Michel Nalet als Präsident des Europäischen Milchindustrieverbandes. Als Stellvertreterin wurde die Irin Anna Randels für den europäischen Verband der Milchprodukthändler gewählt.

 

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