Milchmarkt: EU regelt fairen Wettbewerb

Laut EU-Kommission müssen Milchverarbeiter und der Handel Preise melden, um den Milchmarkt transparenter zu machen. Inwiefern die Richtlinie in Deutschland umgesetzt wird, ist noch offen.

Die EU-Kommission hat eine “Richtlinie zum fairen Wettbewerb” geschaffen. Wie der Milchindustrie-Verband (MIV) berichtet, erhofft man sich in Brüssel durch die Regelung mehr Transparenz über die Märkte, so auch über der Milchmarkt. Dann müssen nicht nur die Molkereien ihre Abgabepreise der zuständigen Bundesanstalt in Bonn nennen. Auch der Lebensmitteleinzelhandel oder Händler sollen dann Preisinformationen erstmals zur Verfügung stellen. Die EU-Kommission möchte dadurch einen Überblick über die Gewinnspannen der verschiedenen Stufen in der Verarbeitungskette gewinnen. Die Richtlinie soll ab 2021 gelten und muss noch in Deutschland in nationales Recht umgewandelt werden. 

Milchmarkt hat sich beruhigt

Anlässlich seiner Jahrestagung in Frankfurt hat der MIV eine Bilanz zum Milchmarkt für das bisherige Jahr 2019 gezogen. Der Markt für Milch und Milchprodukte zeigte sich demnach 2019 weniger schwankend als in den Vorjahren. Nach dem Verkauf aller staatlichen Bestände an Magermilchpulver aus der Intervention konnten sich die Eiweißpreise positiv entwickeln und wieder ein deutlich besseres Niveau erreichen. Milchfett und Butter wurden im Jahresverlauf zunächst günstiger, nachdem sich die Preise in den vergangenen zwei Jahren zuvor auf einem Allzeithoch bewegt hatten. Seit Herbst 2019 ziehen die Preise wieder an.

Wetter sorgt für weniger Milch

Im diesjährigen Herbst wird von den Milchviehhaltern witterungsbedingt weniger Milch als im Vergleichszeitraum 2018 angeliefert, wobei vergangenes Jahr auch bereits ein sehr trockenes Jahr war. Anders als im Vorjahr sind 2019 einzelne Regionen innerhalb Deutschlands deutlich stärker von der Trockenheit betroffen, so dass es hier Futterengpässe beziehungsweise geringe Futterreserven für die Wintermonate bis 2020 gibt.

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