Milcherzeugung soll privatwirtschaftlicher werden

DBV-Milchbauernpräsident Schmal: Mehr Koordination in der Kette, weniger staatliche Steuerung

„Milcherzeuger und Molkereien müssen ihre Aktivitäten besser koordinieren, um sicherzustellen, dass produzierte Milch auch wertschöpfungsorientiert vermarktet werden kann.“, forderte der Milchbauernpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal, beim Europäischen Milchforum in Polen. In anderen landwirtschaftlichen Sektoren sei es längst üblich, dass vor Erweiterungsinvestitionen eine wertschöpfungsorientierte Vermarktung der Erzeugnisse sichergestellt ist. „Dahin müssen wir auch im Milchsektor kommen.“, so Schmal.

Keine staatliche Mengensteuerung

In der Diskussion mit EU-Politikern und Milcherzeugern aus verschiedenen Ländern erteilte Schmal erneuten staatlichen Versuchen der Mengensteuerung eine Absage. Er wünscht sich mehr privatwirtschaftliche Verantwortung aller Akteure. Nur diese könnten dies verantwortungsvoll und zielgerichtet durchführen, so Schmal. Der Milchbauernpräsident weiter: „Vor diesem Hintergrund bewerten wir auch die Hilfsmaßnahmen der EU nach wie vor skeptisch.“. Der Dank gelte der EU-Kommission für die zusätzlichen finanziellen Hilfen. Der Bauernverband sehe keine Effizienz der staatlichen Anreize zur Produktionsreduzierung, stellte Schmal klar. Sie hätten keine spürbare Marktwirkung entfaltet.

Direktzahlungen beibehalten

Bei den Vorstellungen über die Zukunft der EU-Agrarpolitik ist sich der DBV mit den landwirtschaftlichen Vertretern der anderen EU-Staaten einig. Die Direktzahlungen machten in den beiden vergangenen Krisenjahren einen erheblichen Teil der landwirtschaftlichen Einkommen aus. „Wir benötigen Instrumente, um die zunehmenden Preisschwankungen meistern zu können.“, sagte Schmal beim Milchforum. Hierfür bedürfe es einer klugen Kombination aus staatlichen und privaten Maßnahmen. Eine gute Basisunterstützung und eine Umweltpolitik mit Augenmaß seien weiterhin wichtige Garanten, um die Zukunft unserer milchviehhaltenden Betriebe zu sichern, bekräftigte der Milchbauernpräsident.

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