Milchaktionstag: Molkereien sollen höhere Erträge endlich weitergeben!

Milchviehhalter fordern die Molkereien zu mehr Fairness bei den Kontraktverhandlungen auf.

Am Dienstag haben Landwirte auf Initiative des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) 30 Molkereien besucht und eine Resolution übergeben, in der die Molkereien dazu aufgefordert werden, bei den Kontraktverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel mehr zugunsten der Milchviehhalter zu arbeiten.

Die Forderung ist, dass die Mehrerlöse, die aufgrund der besseren Marktlage erzielt werden, an die Landwirte weitergegeben werden. Die Krise hängt derzeit nämlich ausschließlich den Landwirten nach. „Mindestens 40 Cent pro Kilogramm Milch müssen durch gute Kontraktabschlüsse möglich gemacht werden“, so der BDM. Doch auch mit 40 Cent dauere es immer noch mindestens drei bis vier Jahre, bis die in der Krise erlittenen Milliardenverluste auch nur einigermaßen wieder ausgeglichen werden können.

„Ebenso wie Teile der Politik haben auch die Unternehmen und Verbände der Milchindustrie diese Krise ausgesessen und nichts für eine Markterholung unternommen. Die mittlerweile einsetzende Markterholung haben die Milchviehhalter allein dadurch „verursacht“, dass sie sich angesichts anhaltend niedriger Preise in großen Teilen nicht einmal mehr die Betriebsmittel leisten können und reduzieren oder aufgeben müssen“, so der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber.

Schaber hält die Aussage des Milchindustrie-Verbands (MIV) völlig inakzeptabel, dass angesichts laufender Kontrakte und Zahlungsziele erst mittelfristig mehr Geld an die Milchviehhalter ausbezahlt werden könne. Es dürfe nicht sein, dass Preissenkungen sofort, Preissteigerungen aber erst mit Zeitverzug an die Milchbauern weitergegeben werden. Unterschlagen werde in der Argumentation des MIV, dass nur ein Teil der Milchprodukte über längerfristige Kontrakte verkauft werde. Bereits jetzt erzielten die Molkereien deutliche Mehrerlöse.

Im zweiten Schritt werden die Milchviehhalter Filialen der Handelsketten besuchen und so auch direkt den LEH auf die Probleme hinweisen.

Das fordern die Milchviehhalter:

  • Die deutlich verbesserte Marktsituation auf dem Milchmarkt muss für eine deutliche Verbesserung der Abgabepreise ALLER Milchprodukte genutzt werden. Alle Molkereiunternehmen sind gefordert, mit ihren Abnehmern deutlich höhere Abnahmepreise zu vereinbaren – dies gilt für anstehende Neuabschlüsse wie auch für laufende Kontrakte, die umgehend entsprechend nachverhandelt werden müssen.
  • Keine Preiszugeständnisse für den Handel im Poker um Regalanteile: Jeder Mehrerlös muss jetzt bei den Milchviehhaltern ankommen und darf in dieser für die Milchbauern nach wie vor extremen Situation nicht zur Verbesserung der Marktpositionierung beim Handel landen.
  • Keine kurzfristige Verlagerung der Produktion auf Milchprodukte, die im Moment höherpreisig gehandelt werden – dies  würde nur erneuten Preisdruck im jeweiligen Segment erzeugen.
  • Die erzielbaren Mehrerlöse müssen vollständig und umgehend an die Milchviehhalter durchgereicht werden. Ein auch nur teilweises Einbehalten durch die Molkerei zur Schaffung von Rücklagen im Unternehmen kann frühestens nach dem Ausgleich der entstandenen Milliardenverluste für die Milchbauern akzeptiert werden.
  • Mindestens 40 Cent Grundpreis je Kilogramm Rohmilch sind umgehend anzustreben und notwendig, um die durch die Krise erlittenen Milliardenverluste in einem überschaubaren Zeitraum (immerhin drei bis vier Jahre) auch nur einigermaßen ausgleichen zu können.
  • Die Milchviehhalter müssen in ihrem Bestreben unterstützt werden, schnellstmöglich ein wirkungsvolles Sicherheitsnetz für den EU-Milchmarkt zu schaffen, mit dem künftig Milchmarktkrisen frühzeitig und präventiv entgegengewirkt werden kann.

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