Milch: So soll sich die Milchbranche bis 2030 verändern

Mehrere Verbände planen eine gemeinsame Strategie, die Milch zu neuem Aufschwung verhelfen soll.

Der Milchindustrie-Verband (MIV) hat zusammen mit anderen Verbänden, unter anderem dem Deutschen Bauernverband (DBV), die “Branchenstrategie Milch 2030” erarbeitet. Zum ersten Mal haben die verschiedenen Vertreter der Branche gemeinsam eine Zukunftsstrategie erstellt, die Herausforderungen der Zukunft herausgearbeitet und mögliche Antworten gegeben. Dafür hatten rund 100 Fachleute aus Verbänden und Unternehmen in nahezu 50 Sitzungen die relevanten Themen diskutiert.

Neuer Versuch eines gemeinsamen Marketings für Milch

In der geplanten Strategie spielen drei Punkte eine zentrale Rolle:

  1. Der Verein QM-Milch, der die Qualitätsstandards in der Milcherzeugung vorgibt, soll weiter ausgebaut werden. Der Lebensmittelhandel wird, vor allem bezüglich Nachhaltigkeit, stärker einbezogen werden.
    2. Die Kommunikation rund um die Milch soll sich verbessern. Nach Wegfall der alten CMA und geänderten gesellschaftlichen Anforderungen möchte man eine zentrale Kommunikationsplattform entwickeln und finanzieren. In einem nächsten Schritt werden hierzu Abstimmungen zur Struktur sowie Finanzierung auf freiwilliger Basis stattfinden.
  2. Die Lieferbeziehung zwischen Milcherzeuger und abnehmender Molkerei sollen verbessert werden. Viele Molkereien haben bereits Änderungen an ihren Liefermodellen vorgenommen, insgesamt gebe es jedoch sicherlich noch Raum für Neuregelungen, so der MIV. Auch das Risikomanagement, wie die Nutzung der Warenterminbörsen, sei ausbaufähig. 

Anforderungen an Politik

Der MIV nimmt aber auch die Politik in die Pflicht: “Die Erwartungen aus dem Milchbereich an die Politik sind zu Beginn des neuen Jahrzehnts vielfältig. Nachhaltigkeitsthemen wie Düngeverordnung und Klimaschutz spielen aktuell eine wesentliche Rolle im politischen Geschehen und wirken sich direkt auf die Wirtschaftsbeteiligten aus.” Der Verband spricht dabei die Regelungen wie die Milch-Güte oder die Produktverordnungen an. Diese befinden sich noch in der Beratung. Ein Inkrafttreten würde den Unternehmen Planungssicherheit verschaffen.

Markt ausbauen

Laut MIV wäre es zielführend, wenn der europäische Markt zusammenrückt. „Die deutsche Molkereiwirtschaft mit ihrer zentralen Lage innerhalb Europas und ihren komplexen Milchströmen spricht sich eindeutig gegen eine weitere Abschottung und Nationalisierung der Märkte innerhalb Europas und eine Einschränkung des freien Warenverkehrs aus. Die Grundidee Europas steht auf dem Spiel“, so der MIV-Vorsitzende Peter Stahl.

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