Merkel nimmt Landwirte in Schutz

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigt Deutschlands starke Landwirtschaft.

Ihren Besuch beim Deutschen Bauerntag will die Kanzlerin als Bekenntnis zur deutschen Landwirtschaft verstanden wissen. Dieser findet morgen und übermorgen in Berlin statt. „Wir brauchen eine starke Landwirtschaft.“ sagte sie im Vorfeld in einem Video-Podcast. Die Landwirte leisteten eine sehr wichtige Arbeit für die Gesellschaft. Deutschland habe sehr strenge Regeln für den Betrieb der Landwirtschaft – Regeln, die immer wieder angepasst worden seien, so Merkel.

Landwirte nicht pauschal verurteilen

Sie ist dagegen, irgendwelche Pauschalurteile über Landwirte zu fällen. Stattdessen müsse man ihnen „ein Dankeschön“ sagen. Wo es schwarze Schafe gebe, müsse man das beim Namen nennen, sagte die Bundeskanzlerin. Laut Merkel macht die überwältigende Mehrheit der Bauern eine wirklich wichtige Arbeit für unser ganzes Land, zumal die Nachfrage nach regionalen Produkten bei den Bürgern sehr hoch sei.

Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik

In dem Podcast räumte Merkel im Gespräch mit dem westfälischen Landwirt Volker Dreses ein, dass es notwendig sei, Bürokratie abzubauen. „Ich denke, gerade die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 muss hier noch mal einen Akzent setzen.“, sagte die Bundeskanzlerin. In Zeiten der Digitalisierung müsse manches einfacher und unbürokratischer gehen und es darf auch nicht beständig das Misstrauen hinter jeder Regelung hervorgucken. Allerdings brauche man zum Teil auch immer wieder strengere Vorschriften, wie das Beispiel Nitrat zeige. Seit Jahrzehnten habe man sich in allen Umweltvorschriften weiterentwickelt. Sie bittet darum, dass die Landwirte die Notwendigkeit und das Erreichte als gutes Werk sehen.

Uneinigkeit bei Glyphosat

Beim Thema Glyphosat gab die Bundeskanzlerin zu verstehen, dass die gegenwärtige Bundesregierung hierzu keine einheitliche Haltung hat. Die Europäische Kommission habe ja für eine bestimmte Zeit eine Entscheidung getroffen. Aber wir müssen noch einmal abstimmen, und das werde dann erst im Herbst nach der Bundestagswahl sein, sagte Merkel.

Der Herausforderung „Wolf“ bewusst

Auch zur Gefährdung von Weidetieren durch Wölfe hat sich die Bundeskanzlerin geäußert: „Einerseits ist natürlich die Rückkehr des Wolfs aus der Sicht der Artenvielfalt eine erfreuliche Mitteilung. Aber wir haben inzwischen Situationen, wo wirklich beträchtlicher Schaden entsteht.“. Fast alle Bundesländer hätten deshalb sogenannte Wolfsmanagementpläne aufgelegt und die Bundesregierung habe ein Beratungszentrum eingerichtet. Da sie sich der Herausforderung bewusst sind, sollen zusammen mit Landwirten gute Lösungen gefunden werden.

Der Video-Podcast kann auf www.bundeskanzlerin.de abgerufen werden.

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