Listerien: Warum häufen sich Rückrufe?

In den vergangenen Monaten häuften sich die Rückrufe von Lebensmitteln, vor allem wegen Listerien. Die Verbraucherzentrale spekuliert über den Grund.

Skandal um den Wursthersteller Wilke, Fertigfrikadellen bei Rewe und Norma, Weihenstephan-Milch, Bärenmarke: Die Rückrufe häufen sich dieses Jahr auffällig. Meistens sind es Listerien, die in Produkten gefunden werden. Aber worauf ist die Anhäufung zurückzuführen.

Listerien werden mehr

Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg sieht in der Entwicklung eine Parallele zur Statistik. Er sagte zum RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Offizielle Statistiken zeigen, dass Listerien im Vormarsch sind“. Für gesunde Menschen sind die Erreger nicht gefährlich, aber für Menschen mit schwachem Immunsystem und Schwangere. 

Kostendruck als Ursache?

Valet sieht in den vermehrten Listerien-Fällen ein Zeichen dafür, dass bei der Hygiene geschlampt wurde, wie er gegenüber RND sagt. Er finde es auffällig, dass Listerien-Fälle in den letzten Jahren immer mehr zugenommen haben. „Von außen ist das schwer zu sagen“, so der Verbraucherschützer. Eine mögliche Erklärung könne der Kostendruck in der Branche sein. „Es muss immer schneller und günstiger produziert werden, in Folge dessen könnten die Hygienevorgaben nicht so genau genommen werden“, spekuliert Valet. Im schlimmsten Fall müsse die Ware wieder aus dem Verkehr gezogen werden.

Vor Listerien schützen

Für gefährdete Personen sind Rohmilch und rohes Fleisch, wie es für die Zubereitung von Tatar verwendet wird, am gefährlichsten. Durch mindestens zwei Minuten Kochen und Braten mit einer Temperatur von 70 Grad oder mehr im Kern des Lebensmittels werden Listerien unschädlich gemacht. Beim Erhitzen in der Mikrowelle sollten Speisen regelmäßig umgerührt werden, damit ein gleichmäßiges Erhitzen erreicht wird. Obst, Gemüse, Blattsalate und Kräuter sollten bei der Zubereitung oder vor dem Verzehr gründlich und am besten unter fließendem Wasser gewaschen werden.

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