Legehennenhalter wehren sich gegen „Tierschutz-TÜV“

Bundesregierung will alle neuen Ställe prüfen, der ZDG wirft Bundesminister Schmidt politischen Aktionismus vor.

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) wehrt sich gegen das von der Bundesregierung geplante Prüfungs- und Zulassungsverfahren für serienmäßig hergestellte Stalleinrichtungen für Legehennen. Die deutsche Legehennenhaltung werde hier als eine Art Versuchsballon missbraucht, so der Verband.

Der ZDG erinnert an das Bestreben der Branche nach tiergerechten Haltungsformen und an ihre Vorreiterrolle. Die deutschen Legehennenhalter haben vor nicht einmal gut fünf Jahren mit einem Investitionsvolumen von rund 800 Millionen Euro die Umstellung von der herkömmlichen Käfighaltung hin zu tiergerechten Haltungsverfahren erreicht. 2010, zwei Jahre früher als von der EU vorgesehen, konnte die Änderung bereits abgeschlossen werden. 90 Prozent der Halter arbeiten bereits mit Boden und Freilandhaltung.

Der Zentralverband befürchtet, dass durch die Prüfung von Neuinvestitionen die Branche in ein völlig falsches Licht gerät und den Verbrauchern das Bild vermittelt wird, dass die Legehennenhaltung nicht tierschutzkonform sei, gibt der ZDG zu bedenken. Den „Tierschutz-TÜV“ leichtfertig erneut mit dem Fokus auf die Legehennenhaltung politisch herauszukramen, sei beschämend und zeuge von politischer Ignoranz und Ideenlosigkeit, ärgert sich der Verband. Anstatt in eine konstruktive Diskussion einzutreten, wie denn konzeptionell und organisatorisch die Rahmenbedingungen für ein Prüfverfahren für Stalleinrichtungen tierartenübergreifend aufgebaut sein müssen, fokussiere Bundesminister Schmidt einseitig auf die Legehennenhaltung. Das sei politischer Aktionismus.

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