Lebensmittel: Verbraucher bevorzugen Regionalität und Nachhaltigkeit

Eine Umfrage zum Konsum von Lebensmitteln zeigt, dass sich Verbraucher mit Nachhaltigkeit, Regionalität und Tierwohl beschäftigen.

Viele Konsumenten denken beim Kauf von Lebensmitteln an Nachhaltigkeit und Regionalität. Das hat eine Studie des Hausgeräteherstellers ritterwerk ergeben. „Das Interesse an biologisch produziertem und regionalem Essen nimmt zu. Das hat nicht mehr nur gesundheitliche oder geschmackliche Gründe, sondern vermehrt auch ethische“, sagt Michael Schüller, Geschäftsführer des Unternehmens.

Lebensmittel genauer im Blick

Die Verbraucher riskieren demnach auch einen genaueren Blick auf die Inhaltsstoffe. 45 Prozent der Befragten achten beim Kauf von Nahrungsmitteln auf bestimmte Inhaltsstoffe. Das hat nicht nur gesundheitliche Gründe, sondern auch nachhaltige. Das umstrittene Palmöl zum Beispiel hat sich im Bewusstsein der Menschen verankert. „Ernährung ist im Jahr 2018 mehr als das Stillen eines Grundbedürfnisses. Essen und Ernährung sind heute untrennbar verbunden mit Fragen nach Werten und Normen. Wer heute von Lebensmitteln spricht, spricht automatisch über Moral, Ethik, Gesundheit, Haltung und Sinn“, erläutert Schüller.

Lieber regional als exotisch

Wie die Studienergebnisse zeigen, ist es jedem zweiten Konsumenten in Deutschland wichtig, woher die Ware kommt. Es müssen nicht immer Ananas oder Avocados sein. Denn diese haben alleine schon durch die langen Transportwege einen schlechten ökologischen Fußabdruck. Wer pro Woche eine exotische Frucht isst, verschlechtert seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck um etwa 1,5 Kilogramm Kohlendioxid. Das entspricht etwa so viel CO2-Gehalt wie eine durchschnittliche Autofahrt auf 10 Kilometern verursacht.

Aber nicht nur der ökologische Gedanke spielt eine Rolle. Für knapp 80 Prozent ist der Hauptgrund zu regional erzeugter Ware zu greifen, die Unterstützung der heimischen Wirtschaft. „Die Menschen sind bereit, für nachhaltig hergestellte Produkte tiefer in die Tasche zu greifen und auch für die Weiterverarbeitung der Lebensmittel mehr Geld und Zeit aufzuwenden.“

Verbraucher beschäftigen sich mit Tierwohl

Der Griff zu biologisch produzierten Lebensmitteln hat ebenfalls sowohl gesundheitliche als auch ethische Gründe. Die Verbraucher machen sich Gedanken über Tierwohl und Tierschutz. 70 Prozent der Deutschen verbinden mit Bio mittlerweile nachhaltige Landwirtschaft, 68 Prozent eine artgerechte Tierhaltung und 52 Prozent Umweltschutz. „Verbraucher sehen beim Thema regionale Erzeugung und Bio-Lebensmittel ganz klar nicht nur eigene Vorteile in Sachen Geschmack oder Gesundheit. Vielmehr erkennen sie die moralische Dimension des Ganzen“, so Schüller.

Die Studie wurde vom Panelanbieter respondi im Auftrag von ritterwerk durchgeführt. Dabei wurden in einem bevölkerungsrepräsentativ quotierten Panel insgesamt 1.044 Konsumenten befragt, wobei die drei Städte München, Hamburg und Berlin mit je mehr als 100 Befragten regionale Schwerpunkte gebildet haben.

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