Grüne Woche: Verband rechnet wieder mit Protesten und Kampagnen von Tierrechtlern

Landesbauernverband Brandenburg zu Tierrechtlern: “Hochkonjunktur für modernen Ablasshandel selbsternannter Tier- und Umweltschützer”

Proteste gegen die Landwirtschaft, insbesondere gegen die Tierhaltung, während der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin sind schon Standard. Der Landesbauernverband Brandenburg (LBV)  rechnet auch für dieses Jahr wieder mit Aktionen von Tierrechtlern und Umweltschützern. “Unter dem Deckmantel der Forderung nach artgerechter Tierhaltung, einer bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft, dem Schutz von Kleinbauern und Verbraucherinteressen werden die Protagonisten von PETA und Co wieder die große Keule schwingen.”, so der LBV. Ziel sei die Umerziehung der Menschen und ein politisch verordneter Veganismus. „Wir müssen in den nächsten Tagen einmal mehr damit rechnen, in der Öffentlichkeit als schlimme Tierquäler diskreditiert zu werden. Leider fallen diese radikalen Ideen mitunter bei urbanen Bevölkerungsgruppen auf fruchtbaren Boden”, sagte LBV-Sprecher Tino Erstling.

Keine gemeinsame Basis mit radikalen Tierrechtlern

Der LBV erwartet auch, dass unmittelbar vor Beginn der IGW wiederholt „unerwartet“ Filmaufnahmen von Stalleinbrüchen in den Medien auftauchen. Der Verband beruft sich dabei auf das Vorgehen von Tierrechtsaktivisten in der Vergangenheit. Zuletzt hatte PETA auch am Tag der Vorstellung des Brandenburger Tierschutzplans einen sechs Monate alten Kurzfilm verbreitet. Der LBV vermutet, dass dieser im Stall eines Schweinehaltungsbetriebes in Bärenklau entstanden war. In dem Film war von Tierquälerei, schweren Erkrankungen und einem Stall voller Kot die Rede. Die Prüfung der zuständigen Veterinärbehörde am Tag darauf habe aber keine Verstöße ergeben, so der LBV. Der Bauernverband fragt sich, ob PETA wirklich das Wohl der Tiere im Sinn hatte. Denn dann hätte die Organisation sofort aktiv werden müssen, und nicht erst sechs Monate später.

Brandenburg hat seit Ende des vergangenen Jahres einen Tierschutzplan. Dieser entstand auf der Basis eines Kompromisses, an dem neben Wissenschaftlern auch das Aktionsbündnis Agrarwende Berlin Brandenburg, Landwirte sowie Interessenverbände der Tierzucht und des Tierschutzes beteiligt waren. “Als Berufsstand nehmen wir die Herausforderungen an und sind zu Veränderungen bereit”, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff. In diesem Zusammenhang fordert der LBV jedoch praxistaugliche Lösungen auf der Grundlage von Machbarkeitsstudien und wissenschaftlichen Expertisen. Diese müssen nun in Auftrag gegeben werden und sollten mittelfristig in eine Brandenburger Nutztierstrategie einfließen. “Radikalen und realitätsfernen Positionen erteilen wir eine klare Absage.“, so Wendorff.

Die Internationale Grüne Woche beginnt am 19. Januar und dauert bis einschließlich 28. Januar.

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