Klöckner: “Vor einem Verbot erst Alternativen für Glyphosat finden”

Obwohl Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf ihre Umwelt-Kollegin Svenja Schulze zugehen will, entwickelt sich die Glyphosat-Frage erneut zum Zankapfel.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hält an der Zulassung von Glyphosat fest. Den Alleingang beim Glyphosat-Verbot Österreichs sieht sie skeptisch. In der “Zeit” stellte sie die Interpretation eines Zitates in der “Süddeutschen Zeitung” (SZ) richtig. Vor dem Hintergrund von Österreichs Glyphosat-Verbot sagte sie in dem SZ-Interview: “Verbote haben nicht immer Bestand”. Von verschiedenen Seiten wurde das als Ablehnung eines Glyphosat-Verbotes in Deutschland interpretiert. Sie habe nur darauf hingewiesen, dass das eine europäische Frage ist, so Klöckner in der “Zeit”. Das von Österreich ausgesprochene Komplettverbot sei rechtswidrig. Sie halte sich an den Koalitionsvertrag, der den Beginn einer sofortigen Reduktionsstrategie beeinhalte. Ein Verbot schreibt das Abkommen zwischen den Regierungsparteien nicht explizit vor.

Glyphosat überflüssig machen

In dem SZ-Interview sagte die Ministerin weiter: „Wir müssen Glyphosat überflüssig machen“. Sie kündigte an, vor allem in die Forschung nach alternativen Pflanzenschutzmitteln zu investieren. Die weitere Glyphosat-Zulassung oder der Verzicht wird somit wieder Zankapfel zwischen dem Landwirtschafts- und dem Umweltministerium. Die neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) fordert ein kompromissloses Ende von Glyphosat,  das unter anderem im Unkrautvernichter Roundup zu finden ist, bis zum Jahr 2021. Klöckner hingegen äußerte im März, dass sie “ideologische Grabenkämpfe” beenden wolle, was sie jetzt noch einmal unterstrich: Sie wolle auf die Kabinettskollegin zugehen. Ihr Ziel sei es nicht, so Klöckner in der SZ, dass sich das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium gegeneinander profilierten.

Landwirte zeigen Notwendigkeit von Pflanzenschutz

Während man sich in Berlin Uneins über die Zukunft des Pflanzenschutzes ist, läuft in ganz Deutschland bereits zum vierten Mal die Aktion “Schau ins Feld” an. Bei der vom Industrieverband Agrar initiierten Demonstration für Verbraucher zeigen Landwirte anhand von mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Flächen und welchen ohne Eingriff den Unterschied. Sie legen sogenannte Nullparzellen an, auf denen sie auf Pflanzenschutz verzichten, und kennzeichnen diese in den kommenden Wochen mit Schautafeln. 1191 Schau!-Fenster entstehen so in diesem Jahr in ganz Deutschland. Nachdem die Aktion 2017 erstmals die Marke von mehr als 1000 sogenannten “Schau!-Fenstern” erreicht hatte, ist dies eine weitere Steigerung um knapp 20 Prozent.

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