Klöckner: Auch staatliches Tierwohllabel ist freiwillig

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat alle beteiligten Verbände an einen Tisch gebracht, um die Eckpunkte der künftigen staatlichen Tierwohl-Kennzeichnung abzustecken.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner treibt die staatliche Tierwohl-Kennzeichnung aktiv voran und hat die ersten Details präsentiert. Sie weist in ihrem ersten Statement explizit darauf hin, dass das staatliche Tierwohl-Label auf freiwilliger Basis eingeführt wird. Die Kriterien würden aber verpflichtend sein. „Auch das erfolgreiche Bio-Siegel ist ein freiwilliges Siegel, niemand ist gezwungen, mitzumachen. Aber wer es nutzt, muss überprüfbar höhere Kriterien erfüllen”, so Klöckner. So könne man auch ein Mehr an Tierwohl sichtbarer machen und den Verbrauchern eine verlässliche Orientierung geben.

Vorbild für ganze EU

Klöckner versichert, dass die Tierhalter, die zwar gesetzeskonform arbeiten, aber beim Tierwohl-Label nicht mitmachen, nicht diskriminiert werden. “Die Verbraucher entscheiden an der Kasse mit, was ihnen Tierwohl wert ist”, so die Ministerin. Sie achten immer mehr auf artgerechte Tierhaltung.  Die Kennzeichnung werde “klar, wahr und verlässlich” sein, kündigte sie an. Das Label solle so attraktiv werden, dass sich viele Landwirte dazu entscheiden, mitzumachen. Die Agrarbranche achtet großteils unabhängig von einem Tierwohl-Label auf den Tierschutz.

Klöckner denkt schon einen Schritt weiter. Sie will sich dafür bei der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten dafür einsetzen, dass EU-weit eine umfassende Haltungskennzeichnung eingeführt wird. Dies werde jedoch eine längere Abstimmungszeit benötigen und dann nur begrenzte staatliche finanzielle Unterstützung für die Tierhalter ermöglichen. “Der Einstieg sollte uns nun schnell gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen und nicht auf Zeit spielen”, so die Ministerin.

Keine Deutschland-Flagge

Auf die Deutschland-Flagge im Logo wird verzichtet, da diese lediglich den Absender des staatlichen Tierwohllabels, den deutschen Staat, sichtbar macht. Das Bundeslandwirtschaftsministerium denkt aber auch an Fleisch aus dem Ausland, dessen Produzenten die Kriterien erfüllen. Wenn ausländisches Fleisch die Deutschland-Flagge tragen würde, würde das laut Klöckner zur Verbrauchertäuschung führen.

Klöckner stellt Eckpunkte vor

Folgende Eckpunkte für die Tierwohl-Kennzeichnung sind bereits bekannt:

  • Eingangsstufe eindeutig über dem gesetzlichen Standard („Initiative Tierwohl PLUS“)
  • Freiwillige Teilnahme an der Kennzeichnung, aber verbindliche Einhaltung der Kriterien.
  • Umfassende Einbindung aller Vermarktungswege für Fleisch und Fleischerzeugnisse (Verarbeitungsprodukte).
  • Breite Beteiligung der ganzen Kette (Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk und Verarbeiter), damit ein hohes Maß an Wertschöpfung sichergestellt ist.
  • Mitnahme einer großen Anzahl von Landwirten, die mehr für das Tierwohl tun wollen und insbesondere derjenigen, die bereits in der Brancheninitiative Tierwohl (ITW) engagiert sind.
  • Staatliche Förderung zur Erreichung dieser Ziele (unter anderem Stallumbau, Verbraucher-Werbekampagne)

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