Klimaschutzplan schießt sich noch mehr auf Landwirtschaft ein

Verkehr und Kohleausstieg relativiert, Landwirtschaft bleibt drin. Bauverbot für Ställe.

Nach der Abstimmung des Klimaschutzplanes 2050 des Bundesumweltministeriums mit dem Wirtschaftsministerium haben sich die Inhalte noch mehr in Richtung „Einsparung“ in der Landwirtschaft verschoben.

Demnach ist vom ersten Entwurf nicht mehr viel übrig, wie die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) kritisiert. Der Kohleausstieg sei kein Thema mehr, auch konkrete Vorhaben für CO2-armen Verkehr oder klimaneutrales Wohnen seien weichgespült worden, so die ISN. Am Lieblingsthema von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks wird jedoch festgehalten: Der Fleischkonsum soll um die Hälfte reduziert werden. In der Debatte um Fernflugreisen zeigt die Bundesministerin allerdings mehr Verständnis. „Verzichtsrhetorik ist keine Lösung“, sagte Hendricks.

Verbot für den Bau von Ställen

Konkret will die Umweltministerin Aufklärungskampagnen und Beratungsangebote für die „grundlegenden Änderungen im Konsumverhalten“ und eine Reduktion der „Nachfrage nach tierischen Produkten“ erreichen. Laut ISN soll sogar ein Verbot für den Bau neuer Ställe im Gespräch sein. Damit würde Hendricks nicht nur die Landwirtschaft untergraben, sondern auch die Baubranche.

Bundesminister Schmidt: „Landwirtschaft alleiniger Sündenbock“

Die Vorhaben Barbara Hendricks gehen auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt eindeutig zu weit: „Mal wieder macht die Kollegin Hendricks die Landwirtschaft zum alleinigen Sündenbock.“, sagte der Minister zur Bild-Zeitung. Die Landwirtschaft erzeuge zwar acht Prozent der Emissionen, sie ernähre aber auch 100 % der Bevölkerung. Unsere Landwirtschaft arbeitet mit der Natur und nicht gegen sie. Landwirtschaft und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden”, so Schmidt weiter.

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