Klimaschutz: Lebensmittelverschwendung wichtiger Faktor

Umweltschützer konzentrieren sich auf die Landwirtschaft, aber auch die Verbraucher sind gefragt.

Der „Klimakiller Nummer 1“ ist für Bundesumweltministerin Barbara Hendricks augenscheinlich die Landwirtschaft. Vor allem die Emissionen der Nutztiere seien Schuld an der Klimaverschmutzung. Der Viehbestand solle deswegen verringert werden, so einer der Vorschläge der Politikerin.

Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) haben aber etwas ins Spiel gebracht, das ein anderes Licht auf die Debatte rund um Landwirtschaft und Klimaschutz wirft: Die Forscher haben herausgefunden, dass die Lebensmittelverschwendung mit ein Grund für die globale CO2-Verschmutzung ist. Und das haben Verbraucher genauso in der Hand wie Verarbeiter und der Handel.

Der Studie zufolge wird ein Zehntel der Treibhausgasemissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts alleine auf die Verschwendung von Lebensmitteln zurückgehen. „1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel werden derzeit jährlich verschwendet,“ sagt Jürgen Kropp, Mitautor und stellvertretender Leiter des PIK-Forschungsbereichs Klimawirkung und Vulnerabilität. Während Lebensmittelverluste überwiegend auf weniger effiziente landwirtschaftliche Infrastrukturen in Entwicklungsländern zurückgehen, ist die Lebensmittelverschwendung dagegen eher ein Thema in reichen Ländern wie Deutschland. Wenn ein Umdenken stattfindet und wenn die Lebensmittelversorgung effizienter gestaltet würde, könnten 14 Prozent der CO2-Emisionen aus der Landwirtschaft eingespart werden.

„Vor allem zeigt unsere Arbeit, dass sich das Verhältnis zwischen Nahrungsmittelverfügbarkeit und -bedarf mit der Entwicklung verändert. Das drückt sich unter anderem dadurch aus, dass reichere Länder mehr Nahrung konsumieren als gesund ist, oder eben Lebensmittel verschwenden“, so Mitautor Prajal Pradhan.

Wie die Nahrungsmittelversorgung klüger und effizienter gestaltet werden kann und wie Konsumenten überzeugt werden können, umsichtiger mit Lebensmitteln umzugehen, bleibt laut der Wissenschaftler allerdings vorerst offen.

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