Klimabilanz: Umweltbundesamt muss Berechnungen korrigieren

Die Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft sind gesunken. In der ursprünglichen Fassung der Klimabilanz war zu lesen, dass sie gestiegen seien.

Anfang April hat das Umweltbundesamt (UBA) die Klimabilanz 2018 veröffentlicht. Den Zahlen zufolge sind die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland erstmals seit vier Jahren wieder gesunken. In der ursprünglichen Fassung hat das UBA allerdings die Emissionen aus der Landwirtschaft zu hoch berechnet, was einen negativen Einfluss auf die gesamte Bilanz hatte.

Fehler in Klimabilanz lag an falschen Agrar-Zahlen

Am 2. April war zu lesen, dass der agrarbedingte Ausstoß um 0,7 Prozent gestiegen sei. Am 5. April folgte die Korrektur: Die Emissionen aus der Landwirtschaft sind um 4,1 Prozent gesunken. Auch schon laut ursprünglicher Version sind die gesamten Emissionen im Vergleich zum Vorjahr gesunken, allerdings nicht um 4,2 Prozent, sondern um 4,5 Prozent. Die Differenz von 3 Millionen Tonnen brachte die zu hohe Berechnung der Emissionen aus der Landwirtschaft mit sich. 2018 wurden insgesamt 41 Millionen Tonnen weniger ausgestoßen, nicht 38 Millionen Tonnen.

Tierbestand wurde neu berechnet

Wie das UBA mitteilte, beruht der Fehler auf einer falschen Datengrundlage des Tierbestandes. Dieser ist 2018 nicht gestiegen, sondern gesunken: Bei Schweinen um rund 4 Prozent, bei Rindern um rund 3 Prozent. Die Behörde hatte irrtümlich auf Daten für 2017 des Thünen-Instituts und einer Langfristprognose zurückgegriffen und nicht auf tatsächliche Tierzahlen. Künftig werde man nur noch Kurzzeitprognosen des Tierstandes verwenden, so das UBA.

Die veröffentlichen Zahlen stellen Schätzungen und Prognosen dar. Die endgültigen Inventardaten wird das Umweltbundesamt zum 15. Januar 2020 an die Europäische Kommission übermitteln und veröffentlichen.

Die gesamte Klimabilanz 2018 kann auf der Internetseite des Umweltbundesamtes abgerufen werden.

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