KFC: Geheimsache Fleischherkunft

„Kentucky Fried Chicken“ Deutschland sieht sich offenbar als Teil eines US-Unternehmens ohne regionalen Bezug zu Deutschland. Zumindest hat es so den Anschein.

Die auf Hähnchenfleisch spezialisierte Fastfoodkette „Kentucky Fried Chicken“ (KFC) erweitert ihr Filial- und Franchisenetz in Deutschland stetig. Das hat uns zur Überlegung bewogen, ob und wieviele heimische Züchter auf die deutsch-amerikanische Erfolgsreise mitgenommen werden, wieviel Fleisch aus Deutschland stammt.

Die Antwort von KFC Deutschland kommt per Mail und fällt eher dürftig aus. Eingangs werden wir gleich um Verständnis gebeten, dass „keine detaillierten internen Informationen zu den Zulieferern zur Verfügung gestellt werden können“. Das war allerdings auch nicht die Frage. Die Frage war, wieviel des verkauften Hähnchenfleisch von deutschen Züchtern stammt.

In weiterer Folge wird erklärt, dass KFC Deutschland jährlich über 14 Millionen einzelne Hähnchenteile verkaufe. Dabei arbeite man immer mit höchsten hygienischen Standards und verwende ausschließlich „natürlich gewachsenes Hähnchenfleisch“. Gemeint ist offenbar, dass kein Formfleisch verarbeitet wird. Desweiteren werden wir in der Mail informiert, dass KFC Deutschland keine eigene Geflügelzucht habe. Das ist schon klar und wiederum keine Antwort auf unsere Frage. „KFC nimmt das Thema artgerechte Tierhaltung sehr ernst und arbeitet nur mit zertifizierten Zulieferern zusammen.“ Zertifiziert von wem und für was? „Alle Geflügellieferanten erfüllen die nationalen und europäischen Richtlinien und Gesetzesvorgaben zur Futtermittelbeschaffung, Aufzucht und Produktion in der Geflügelwirtschaft.“, heißt es weiter. Alle Lieferanten würden regelmäßig durch unabhängige Instanzen kontrolliert. Die Antwort, welcher Prozentsatz aus welchen deutschen Regionen kommt, haben wir nicht bekommen

Selbst Discounter und McDonalds haben inzwischen erkannt, dass es zumindest ohne annähernde Herkunftsauskunft nicht mehr geht – bei KFC offenbar Fehlanzeige. Laut Unternehmensangaben gibt es bereits seit 1968 KFC-Restaurants in Deutschland – trotzdem noch zu unerfahren, um dem Verlangen der deutschen Verbraucher nach Transparenz gerecht zu werden?

Der US-Botschafter in Deutschland, John B. Emerson, sagte bei einer KFC-Eröffnung im April in Berlin: „Jedes neue Restaurant, das KFC in Deutschland eröffnet, stärkt die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen unseren beiden Ländern.“ Was damit gemeint sein könnte, kann jeder für sich interpretieren.

Michi Jo Standl

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