Kaiserlich genießen

Der Kaiserstuhl ist eine vulkanische Insel im warmen, sonnenverwöhnten Klima des Oberrheingrabens nordwestlich von Freiburg im Breisgau. Auf fruchtbaren Lößböden und Vulkangestein erstrecken sich entlang der sonnenverwöhnten Hänge weitläufige Wein- und Obstplantagen, Streuobstwiesen und naturnahe Mischwälder. Der Name Kaiserstuhl wurde bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt und rührt von den Gerichtstagen her, die hier damals abgehalten wurden. Über die Jahrhunderte entstand hier eine Kulturlandschaft, die von den für den Kaiserstuhl typischen Weinbergen, von Lößwänden, Lößböschungen und Hohlwegen, von Obstbäumen, repräsentativen Waldbeständen, Steinbrüchen und anderen Zeugnissen des Kaiserstuhl-Vulkanismus geprägt ist.

Den Kaiserstuhl als Kulturlandschaft zu erhalten, ist Ziel des PLENUM-Programms. Die Abkürzung PLENUM steht für „Projekt des Landes Baden-Württemberg zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt“. Im Mittelpunkt des Programms steht der Naturschutz „von unten“ durch den Erhalt von Kulturlandschaften durch Nutzung, erklärt Andrea Löwl. Sie ist bei PLENUM und der Naturgarten Kaiserstuhl GmbH für das Veranstaltungsmanagement und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Im Naturgarten Kaiserstuhl werden dazu Projekte in den Bereichen naturschonende Land- und Forstwirtschaft, regionale Vermarktung sowie in den Bereichen naturnaher Tourismus und Umweltbildung gefördert.

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Nun ist der Kaiserstuhl seit jeher eine Region, in der man vortrefflich genießen kann. Und obwohl Spitzengewächse von Weltruf (Stichwort preisgekrönte Spät- und Grauburgunder) die Region prägen, hat der Kaiserstuhl für Genussmenschen mehr zu bieten als „nur“ Wein. Der Vermarktung dieser Genüsse vom Kaiserstuhl hat sich die Naturgarten Kaiserstuhl GmbH verschrieben. Seit September 2006 treibt sie das Regionalmarketing voran. Gesellschafter sind der Landkreis, 13 Kommunen vom Kaiserstuhl und dem benachbarten Tuniberg sowie Partner aus Weinwirtschaft, Gastronomie, Tourismus und Landwirtschaft der Region. Insgesamt stehen rund 200 Gesellschafter, Genossenschaftsmitglieder und Einzelunternehmen hinter der Regionalmarke. Unter der Marke „Kaiserlich genießen“ vermarkten sie neben Weinen auch Edelbrände und Liköre, Honig, Backwaren, Öl, Essig, Senf und sogar Seifen.

Alle Nutzer der Marke müssen sich verpflichten, nur frische und qualitativ hochwertige Waren mit dem Siegel zu versehen. Im Weinbau müssen mindestens die Q.b.A.-Kriterien, in der Landwirtschaft die Kriterien des Qualitätszeichens Baden-Württemberg „Gesicherte Qualität mit Herkunftsangabe“ (QZ BW) erfüllt werden. Darüber hinaus dürfen keine gentechnisch veränderten Organismen und keine Klärschlämme verwendet werden.

Die Kosten für die Nutzung der Regionalmarke werden in einem individuellen Vertrag geregelt und setzen sich aus einer Jahresgebühr und einer mengenspezifischen Abgabe zusammen. So zahlen Imker beispielsweise 40 Euro Jahresgebühr und 40 Cent pro Kilo verkauften Honigs. Hinzu kommen die Kosten für die für die QZ-BW-Zertifizierung, die Voraussetzung für die Siegelnutzung ist. Dank dieser Einnahmen kann sich die Regionalmarke zusammen mit dem Tourismusverband auf Messen in Baden-Württemberg und in den angrenzenden Regionen präsentieren. „Kaiserlich genießen“ ist auch auf Weinmessen mit Informationsmaterial präsent, arbeitet mit den lokalen Märkten zusammen und veranstaltet mit den Kaiserstuhltagen ein eigenes Genießer-Festival. Diese Engagement, versichert Andrea Löwl, ist ein Grund für die steigende Zahl der Markennutzer am Kaiserstuhl. Die wachsende regionale Bekanntheit der Marke konnte schließlich auch mehr Winzer überzeugen, ihren Wein mit dem „kaiserlichen“ Siegel zu schmücken.

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