Ist Landwirtschaft ohne Tierhaltung möglich?

UN-Organisation rät von der Reduktion der Fleischproduktion ab.

Die Abschaffung der sogenannten „Massentierhaltung“ ist Thema bei den Sondierungsgesprächen der Jamaica-Koalition. Tierschützer fordern immer wieder die komplette Abschaffung der Nutztierhaltung. Doch ist eine Landwirtschaft ohne Tierhaltung möglich? Ist die Reduzierung des Fleischkonsums sinnvoll? Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sagt: Nein.

Laut der Organisation werden im Jahr 2050 voraussichtlich etwa 9,6 Milliarden Menschen auf der Erde leben. FAO schätzt, dass bis dahin rund 70 Prozent tierische Erzeugnisse mehr nötig sein werden, um die weltweite Versorgung zu sichern. Daher sei es von Bedeutung, die Ernteerträge sowie die Züchtung und Futterwertung durch gezielte Forschung weltweit zu steigern, so FAO. Zudem sichere die Tierhaltung rund 500 Millionen Menschen weltweit das Einkommen. Fleisch mache 18 Prozent des globalen Kalorien- und 25 Prozent des weltweiten Eiweißkonsums aus. Auch liefere es essentielle Spurenelemente wie Vitamin B12, Eisen und Kalzium, so die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation.

Tierfutter für globale Ernährung nicht nutzbar

Mit der jüngsten Studie will FAO auch der Meinung entgegenwirken, dass das Getreide, das zur Tierfütterung verwendet wird, für die Ernährung der Weltbevölkerung fehle. Tatsächlich werde das Vieh hauptsächlich von Futtermitteln, welche aus Ernterückständen und Nebenprodukten bestehen, ernährt, so die Organisation. Laut FAO sind 86 Prozent der Futtermittel, die von Nutztieren gefressen werden, nicht für den Menschen nutzbar.

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