Initiative Tierwohl kommt bei Verbrauchern gut an

In der Verantwortung für mehr Tierwohl sind nicht nur die Landwirte und der Handel, sondern auch die Verbraucher selbst.

Mit Jahresbeginn hat die 2015 gegründete Initiative Tierwohl (ITW) ihre zweite Programmphase gestartet. Grund genug, bei den Verbrauchern nachzufragen, wie sie die Initiative Tierwohl überhaupt finden. Die Marktforscher von forsa haben Ende vergangenen Jahres im Auftrag der ITW in einer repräsentativen Umfrage bei Verbrauchern nachgehakt. Demnach finden 93 Prozent das Konzept der Initiative Tierwohl, Landwirte finanziell dabei zu unterstützen etwas über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus für ihre Tiere zu tun und die geförderten Maßnahmen zu kontrollieren, gut oder sehr gut. 83 Prozent der Befragten erachten es zudem als gut, eine tiergerechtere Ausgestaltung der Nutztierhaltung in vielen kleinen Schritte konsequent umzusetzen, ohne dabei etwas zu überstürzen.

„Wir freuen uns über den großen Zuspruch zu unserem Ansatz“, kommentiert ITW-Geschäftsführer Alexander Hinrichs die Ergebnisse. Er hebt hervor, dass die Verbraucher offenbar kleine, konsequente Schritte für gut erachten. Das zeige, dass sie realistischer seien als jene, die in der Öffentlichkeit Maximalforderungen postulierten, analysiert Hinrichs.

ITW appelliert an Landwirte

Im großen Zuspruch aus der Bevölkerung sieht Hinrichs aber auch eine große Verantwortung für die zweite Programmphase. Der Geschäftsführer appelliert an die Landwirte: „Jeder einzelne Betrieb muss sich seiner Verantwortung bewusst sein.“ Diese Betriebe seien auch Aushängeschild der Branche. Verstöße gegen die Tierwohl-Kriterien seien mehr als nur Vertragsverletzungen. Sie gefährdeten die Wahrnehmung einer ganzen Branche, die durch ihr Engagement in der Initiative Tierwohl hart für ihr Ansehen kämpft, so Hinrichs. Er kündigte an, dass die ITW auch in der neuen Programmphase mit aller Strenge gegen Verstöße vorgehen wird.

Staat und Handel in der Verantwortung

Die Mehrheit der Befragten sieht neben den Landwirten aber auch den Staat, den Lebensmitteleinzelhandel und die Verbraucher in der Verantwortung für eine tiergerechtere Haltung. Demnach sehen 72 Prozent sich selbst, also die Konsumenten, in der Verantwortung. 89 Prozent der Fleisch verzehrenden Befragten gaben an, mehr Geld für Fleisch auszugeben, wenn das zu verbesserten Haltungsbedingungen führt. Allerdings weist das forsa-Institut darauf hin, dass Themen des Umwelt- und Tierschutzes hoch im Bewusstsein der Bürger verankert sind, sich aber nicht in einer tatsächlichen höheren Zahlungsbereitschaft niederschlagen muss. „Die Frage der Tierhaltung ist folglich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, erklärt Hinrichs.

Appell an die Verbraucher

„Den Unterschied zwischen Äußerungen zur Zahlungsbereitschaft und tatsächlichem Verhalten kennen wir aus Erfahrung“, sagt Hinrichs. Die Aussagen in Befragungen, dass Verbraucher höhere Preise akzeptieren, habe sich leider in der Vergangenheit nicht bei den Einkaufsentscheidungen widergespiegelt, so der ITW-Geschäftführer. Deshalb hat die Initiative Tierwohl die Kaufentscheidung für ein bestimmtes Produkt von der Förderung für Tierwohlmaßnahmen entkoppelt. Stattdessen kann der Verbraucher durch seinen Einkauf bei einem ITW-Partnerunternehmen des Lebensmitteleinzelhandels zur Förderung des Tierwohls beitragen.

Befragt wurden von 18. bis 20. Dezember 2017 insgesamt 1004 Frauen und Männer ab dem 18. Lebensjahr.

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