Industriepflanzen: Unrentable Agrarflächen nutzen

In einem EU-Projekt wird erforscht, wie unrentable landwirtschaftliche Flächen mit Industriepflanzen bewirtschaftet werden können.

Rund 65 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche wurden in Europa aufgegeben, weil dort der Anbau von Nahrungsmittelpflanzen nicht mehr rentabel war. Das ist eine Fläche etwas größer als Frankreich. Ungünstige Bedingungen wie niedrige Temperaturen, Trockenheit oder übermäßige Nässe machten die Bewirtschaftung für Landwirte uninteressant. Aber auch Bodenprobleme oder zu steile Hanglagen zählen zu den Gründen. Eine Alternative sehen Forscher im Anbau von Industriepflanzen.

Lösung sind Industriepflanzen

Mit Möglichkeiten, diese enorme Fläche trotzdem zu nutzen, beschäftigen sich Forscher auf europäischer Ebene, unter anderem ein Team der Universität Hohenheim in Stuttgart. Im Rahmen des EU-Projektes „Marginal lands for Growing Industrial Crops: Turning a burden into an opportunity“, kurz MAGIC, wird die Nutzung zum Anbau von sogenannten Industriepflanzen erforscht. 

Nachhaltige Rohstoffe und Einkommen für Landwirte

Industriepflanzen liefern nicht nur reichlich erneuerbare Biomasse zur Energieerzeugung, sondern auch für die Produktion biobasierter Rohstoffe. Diese sind wiederum Ausgangsmaterial für die Herstellung von modernen, hochwertigen Materialien, wie beispielsweise biobasierte Kunststoffe oder Verbundmaterialien, Schmierstoffe, Chemikalien und Pharmazeutika.

Aus Industriepflanzen können nicht nur nachhaltige Rohstoffe produziert werden. „Indem stillgelegte Flächen wieder nutzbar gemacht und damit aufgewertet sowie neue Märkte für die Biomasse erschlossen werden, verbessert sich auch das Einkommen der Anbauer“, so Prof. Dr. Iris Lewandowski von der Universität Hohenheim.

Foto (© Universität Hohenheim/Wolfram Scheible): Forscher der Universität Hohenheim inmitten von Miscanthus-Gras, aus dem zum Beispiel biobasierte Chemikalien hergestellt werden können.

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