In die Fußspuren treten


Die Landwirtschaft in Deutschland – moderne Maschinen, kostbares Wissen, Online-Handelsplattformen und frische Landluft. Fast könnte man meinen, jeder Landwirt steht morgens mit einem Lächeln im Gesicht auf. Wäre nicht dieses “fast”, bei vielen erlischt das Lächeln, wenn es um das heikle Thema der Hofübernahme geht.

Denn in Deutschland sieht es düster mit dem Nachwuchs aus, zumindest wenn man der letzten Landwirtschaftszählung trauen kann, die alle 10 Jahre stattfindet. Neben Fragen zum Viehbestand, des Eigentums und Pachtverhältnissen wurde auch die Hofnachfolgesituation erfragt. Beinahe 57 % aller Einzelunternehmen mit einem 45 Jahre und älteren Betriebsinhaber haben eine geregelte Nachfolge, was im Umkehrschluss bedeutet: 43 % stehen ohne Lösung da. Auf den ersten Blick scheint diese Entwicklung nachvollziehbar: Geringes und schwankendes Einkommen, lange Arbeitszeiten, wenige kulturelle Angebote und Vorurteile lässt die Nachfolger (sofern vorhanden) andere Wege gehen. An optimalen Lösungen scheitert es bei unserer Wirtschaftsweise, so bleibt oft nur die Möglichkeit der Auf- oder Abgabe des landwirtschaftlichen Betriebes.

Weniger verwunderlich ist, dass gerade junge Landwirte es selbst in die Hand nehmen, das Image von Landwirten zu verbessern und sich das allgemeine Landleben besser zu gestalten. So gibt es zum Beispiel viele Wettbewerbe wie die Sensen-Weltmeisterschaft in Salbitz (Sachsen) oder landwirtschaftliche Misswahlen. Andere verbessern das Bild der Landwirtschaft halb nackt auf den berühmten sexy Bauernkalendern. So wird gezeigt, dass die Landwirtschaft mehr zu bieten hat als lange und harte Arbeit.

Es ist sicher nicht leicht, seinen Nachfolgern eine Hofübernahme schmackhaft zu machen, doch wer erstmal erkennt, dass die Landwirtschaft eine eigene kleine Welt ist, wird sie lieben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.