Immer mehr Konflikte zwischen Landwirten und Autofahrern

Landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge werden immer größer, manche Autofahrer fühlen sich offenbar in ihrer Freiheit gestört.

Auto-, aber auch Motorrad- und sogar Radfahrer fühlen sich oft durch landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge in ihrer Mobilität gestört. Martin Vaupel von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat das Problem in einem Interview mit der Nordwest-Zeitung angesprochen.

Vaupel sieht den Grund für vermehrte Konflikte nicht nur im Wachstum beider Verkehrsteilnehmergruppen, sondern auch in der Entwicklung der Landwirtschaft. „Hauptgrund ist der Strukturwandel in der Landwirtschaft. Die Betriebe werden immer größer, ebenso die bewirtschafteten Flächen. Diese liegen auch immer weiter von den Höfen weg. Das hat zu größeren und schnelleren Fahrzeugen – Schleppern, Mähdreschern, Maishäckslern – geführt“, erklärte er der Zeitung.

Der LWK-Berater erkennt auch eine gewisse Angst der anderen Verkehrsteilnehmer vor immer stärken Maschinen: „Die Größe, Lautstärke und teilweise beängstigende Geschwindigkeit macht anderen Verkehrsteilnehmer manchmal schon Angst.“ Große, breite Reifen schonten zwar die Ackerböden, hätten aber ein lautes Abrollgeräusch. Während früher ein Schlepper mit 30 bis 50 PS von PKW-Fahrern fast auf Augenhöhe wahrgenommen wurden, beeindrucken heute locker mal 150 bis 200 PS.

Appell an die Fahrer landwirtschaftlicher Fahrzeuge

Martin Wesenburg vom Bundesverband der Lohnunternehmer nimmt in der 22 auch die Landwirte in die Pflicht. Land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge bis zu 40 Tonnen dürfen bereits im Alter von 16 Jahren gefahren werden. Aufgrund ihres Alters fehle es vielen an Reife und der nötigen Vorschau, so Wesenburg. Jeder Landwirt sei in der Pflicht für seine Fahrer, ergänzt Martin Vaupel. Er weist auch darauf hin, dass Landwirte verpflichtet sind, Verschmutzungen auf öffentlichen Straßen schnellstmöglich zu entfernen. Auch das birgt Konfliktpotential.

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