Homöopathie statt Antibiotika?

Antibiotika werden von öffentlicher Seite immer mehr aus den Ställen gedrängt. Sind alternative Heilmethoden eine Alternative?

Homöopathie gibt es schon seit dem 18. Jahrhundert. Sie beruht auf einer Veröffentlichung des deutschen Arztes Samuel Hahnemann aus dem Jahr 1796. Das Prinzip der alternativen Behandlungsmethode ist „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“. Der Mensch hat die Anwendung in den 1990 Jahren für sich wiederentdeckt. In der Tiermedizin ist sie seit etwa zehn bis fünfzehn Jahren verstärkt ein Thema.

Gerade bei der Euterentzündung (Mastitis) kommen neben Injektionen immer öfter Globuli als Antibiotika-Ersatz zum Einsatz. Diese Kügelchen aus Zucker, beträufelt mit etwa Arnika-Tropfen, sollen im Körper des Tieres mastitisähnliche Symptome hervorrufen und somit die Selbstheilungskräfte aktivieren. Um die Tiere richtig zu behandeln, sei Erfahrung und eine gute Beobachtungsgabe erforderlich: „Der Landwirt muss seine Rinder gut kennen und aufmerksam sein. Nur dann kann er frühzeitig und richtig reagieren.“, so Homöopathie-Expertin und Buchautorin Birgit Gnadl, die sich zusammen mit Angela Lamminger-Reith den alternativen Heilmethoden verschrieben hat.<

Landwirt Eike Krause, Halter von 140 Milchkühen, sieht neben der Einschränkung von Antibiotika auch einen wirtschaftlichen Vorteil: „Besonders schön ist, dass ich nach dem Verabreichen keine Wartezeiten einhalten muss. So haben wir keine Milchverluste und somit keine Kosteneinschränkungen.“, wird er auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zitiert.

Mittel müssen zugelassen sein
Homöopathische Mittel dürfen bei Nutztieren nur angewendet werden, wenn sie für diese auch zugelassen sind. Das sind derzeit 60 bis 70 Prozent. Heiko Martens, Fachmann für den Einsatz von Naturheilverfahren in der Milchviehhaltung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, scheint das zu wenig:  „Ein Wunsch von unserer Seite wäre, dass wir einen Dialog führen können, mit Politik, Landwirten, Beratern, mit Tierärzten und Verbrauchern, um viel mehr Einzelmittel zum Einsatz bringen zu können.“ In Zeiten der Antibiotikadiskussion sieht er es als Notwendigkeit, die alternativen Methoden zu forcieren.

Eine Alternative sind die Behandlungsformen sicher, aber man sollte beim Verdacht auf schwerere Krankheiten oder wenn man Symptome nicht zuordnen kann nicht darauf verzichten, den Tierarzt zu verständigen.

Weitere Informationen:
www.nutztierhomoeopathie.de
www.globuli.de

2 Gedanken zu „Homöopathie statt Antibiotika?

  • 23.07.19 um 10:31
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    Meine Onkel arbeitet für einen Landwirt. Sie sich derzeit auf der Suche nach einer Alternative zu Antibiotikum für die Tiere. Danke für den Tipp, homöopathische Arzneimittel zu verwenden. Ich werde ihm raten, mit einem Tierarzt die zugelassenen homöopathische Mittel durchzugehen, um zu schauen, welche für Nutztiere angewendet werden können.

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  • 27.12.18 um 11:52
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    Wenn die Homöopathie ebenso wirkt wie die Antibiotika, dann kann das ruhig angewandt werden. In der Landwirtschaft ist es oft auch der Kostenfaktor der in das Tierwohl reingrätscht. Könnte man die vielen Tiere auf engem Raum mit wenig monetärem Aufwand und Krankheitsrisiko halten, ich würde es versuchen.

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