Hohe Bienenverluste durch Greening

Honigbienen sind dem gefährlichen Anachronismus von Zwischenfrüchten ausgeliefert.

Wenn zum Beispiel Senf, Ölrettich oder Buchweizen Samen produziert werden sollen, werden sie im Frühjahr angebaut, blühen im Mai und werden im Sommer gedroschen. Die Greening-Auflagen der EU verlangen jedoch, Zwischenfrüchte anzubauen.

Wenn die Kulturen als Zwischenfrüchte verwendet werden, werden sie nach der Getreideernte angebaut und blühen dann entgegen ihrem Entwicklungsrhythmus im September und Oktober. Bei entsprechend milden Temperaturen auch bis in den November. Das war dieses Jahr der Fall, der Herbst war überdurchschnittlich warm.

Die Bienen tun, was sie ihrer Veranlagung nach tun müssen: Sie fliegen und sammeln. Denn die Blüten suggerieren ihnen, es sei Frühling. Doch wenn die Honigbienen im Spätherbst eine Quelle entdeckt haben, fliegen sie diese auch noch an, nachdem die Temperaturen schlagartig kühler geworden sind. Vor allem sind sie beim Heimflug vom Trachtflug gefährdet. Sie kommen am Bienenstand erschöpft an und setzen sich erst einmal auf das Dach oder an die Wand des Bienenstocks. Fliegen sie nicht gleich wieder auf, kühlen sie ab, erstarren und sterben schließlich.

Auch die Brut des folgenden Jahres ist gefährdet. Durch das eintreffende Eiweiß- und Nektarangebot setzen die Königinnen ihre Eilege- und Bruttätigkeit fort. Die Eiweißreserven werden noch einmal beansprucht. Der Fett-Eiweißkörper sollte aber im Abdomen (Hinterleib) für die Winterperiode und die erste Brut im Januar und Februar aufgespart werden. Die Reserve fehlt dann für die Brut. Die Folgen des außerplanmäßigen Treibens sind somit herbe Verluste für die Imker.

So weit hat die EU-Kommission offenbar bei den Greening-Vorschriften nicht gedacht. Bienen, die nicht nur den Imkern für die Honigproduktion fehlen, sondern auch der Landwirtschaft für den Obst- und Gemüseanbau sowie der Saatguterzeugung.

Das Problem ist schon länger bekannt. Wer sich intensiver damit beschäftigen möchte, findet hier eine ausführliche Darstellung des österreichischen Planzenproduktionsexperten Dipl.-Ing. Peter Frühwirth (PDF).

Ein Gedanke zu „Hohe Bienenverluste durch Greening

  • 17.12.16 um 16:10
    Permalink

    Müssen die Imker das Greening halt lassen – so what?

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