Hitzewelle: Bundesländer melden konkrete Zahlen zu Schäden

Langsam sinken die Temperaturen auf für die Jahreszeit normales Niveau. Die Hitzewelle scheint überstanden zu sein. Doch was bleibt, sind Milliardenschäden in der Landwirtschaft. Aus einigen Bundesländern liegen jetzt Zahlen vor.

Dass die Hitzewelle dieses Jahr große Schäden in der Landwirtschaft verursachen würde, ist schon seit Monaten klar. Betroffen von der heißen Witterung, die mit Blick auf das Agrarwetter viel zu trocken war, sind vor allem Ackerbaubetriebe und Betriebe mit Tierhaltung. Im Sinne des Tierschutzes mussten sich die Halter vorrangig um die Tiere kümmern, für Hitzeschutz und Abkühlung sorgen. Das übergreifende Problem ist aber die Futterknappheit. Doch erst jetzt gibt es offenbar konkrete Zahlen zu den Schäden. Acht Bundesländer haben der Bundesregierung Dürreschäden in Höhe von fast drei Milliarden Euro gemeldet, wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) berichtet.

Größter Schaden durch Hitzewelle in Niedersachsen

Die größte Summe meldete Niedersachsen mit 980 Millionen Euro. Der Betrag setzt sich zum einen aus Schätzungen der Landwirtschaftskammern in Niedersachsen aber auch aus feststehenden Schäden bei bereits abgeernteten Feldfrüchten zusammen. So wird der Verlust allein bei Weizen mit 136 Millionen Euro beziffert. Die NOZ beruft sich dabei auf “gut informierte Kreise”. Bei Weiden soll der Schaden auf 190 Millionen Euro geschätzt worden sein. Mecklenburg-Vorpommern hatte der Bundesregierung in den vergangenen Tagen 531 Millionen Euro gemeldet, Schleswig-Holstein 422 Millionen. Damit belaufen sich die Schäden allein in Norddeutschland auf womöglich 1,933 Milliarden Euro.

Die Landwirte in den anderen Bundesländern, die die regionalen Schäden nach Berlin gemeldet haben, sind nicht minder betroffen. Sachsen registrierte eine Schadenssumme von  308 Millionen, Brandenburg 260 Millionen, Rheinland-Pfalz 180 Millionen, Thüringen 150 Millionen und das Saarland 5,3 Millionen Euro.

Rukwied fordert Nothilfesituation

Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied sagte der NOZ: „Das derzeitige Schadensbild von nur acht Bundesländern bestätigt unsere Befürchtungen.“ Die Schäden seien enorm, etliche Betriebe seien in Existenznot. Er fordert die Länder und den Bund auf, die Nothilfesituation zu erklären und ein Hilfsprogramm für die betroffenen Landwirte auf den Weg zu bringen.

Über Nothilfe für landwirtschaftliche Betriebe will Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner noch entscheiden. Doch wie stern.de am Montag berichtete, hat sie zumindestens bereits Liquiditätsprogramme der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Steuerstundungen und Hilfe bei der Futtermittelbeschaffung zugesagt. Ob die Schäden für ein “nationales Ausmaß” reichen, will die Ministerin am Mittwoch bewerten, wenn sie den Erntebericht in das Kabinett bringt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.