Hightech-Weidezaun soll Wölfe vertreiben

Zwei Universitäten und ein Unternehmen entwickeln einen Weidezaun, der Wölfe durch Stimulation vertreiben kann.

Wölfe werden für Weidetierhalter ein immer größeres Problem. Die Raubtiere sind intelligent und lernen, selbst Einzäunungen zu überwinden. Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die Universität Bremen haben sich in einem Forschungsprojekt zur Aufgabe gemacht, einen Weidezaun zu entwickeln, der mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) Wölfe vertreibt.

Weidezaun für Koexistenz von Mensch und Wolf?

Das in Kooperation mit dem Unternehmen RoFlexs zu entwickelnde System soll Weidetiere besser schützen und damit die Koexistenz von Menschen, Nutztieren und Wölfen fördern. Vorgesehen ist zudem, dass „mAInZaun“ auch vor unbefugten Eindringlingen auf einer Weide warnen oder eine undichte Stelle im Zaun erkennen kann. Das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren soll Mitte 2024 abgeschlossen sein. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) fördert das Projekt mit insgesamt über einer Million Euro.

Vertreibung durch Laute, Gerüche und visuell

Der Hightech-Weidezaun soll mit Sensoren und Methoden der KI die Annäherung eines Wolfes erkennen und die passenden Maßnahmen zur Abwehr ausführen. Wie genau diese aussehen können, wird an der JLU erforscht. „Unser Ansatz ist es, mit variierenden Stimuli – akustisch, olfaktorisch (Anm. d. Red.: durch Gerüche), und visuell – zu arbeiten“, sagt die Verhaltensforscherin Prof. Dr. Uta König von Borstel, Professorin für Tierhaltung und Haltungsbiologie an der JLU.

„Wenn ein Individuum zum zweiten Mal von einem unserer Zäune erkannt wird, werden bei diesem Mal andere Vergrämungsstimuli eingesetzt als beim ersten Mal, um die Gefahr der Gewöhnung zu reduzieren”, erklärt von Borstel. Denn das Ziel der Wissenschaftler ist es, dass die KI nicht nur die Unterscheidung von Wölfen und anderen Tierarten lernt, sondern auch von einzelnen Wölfen untereinander. So können die Vergrämungslösungen individualisiert werden.

Foto: Alexas_Fotos/pixabay.com

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